Donnernder Rauch

Am Sambesi zwischen Sambia und Simbabwe liegen die breitesten Wasserfälle der Erde, in der Sprache der Einheimischen als „Mosi-oa-Tunya“ (=Donnernder Rauch) bezeichnet, uns besser bekannt als Victoria-Fälle. Jetzt, in der Regenzeit, fließen pro Minute 500 Mio Liter Wasser über die 1,7 km breite Kante bis zu 109m in die Tiefe.

Wir besuchen dieses Weltnaturerbe von der IMG_7586sambischen Seite aus und gehen zunächst bis zur Brücke, deren Mitte die Grenze zwischen Simbabwe und Sambia markiert. Viele Paviane leben hier rund um die Fälle, und Lea wird – mal wieder – von einem Affen attackiert, was ihr wirklich Angst macht – die Viecher sind nicht ungefährlich! Wir haben einen guten Blick auf die Brücke, von der man den höchsten Bungeesprung Afrikas wagen kann – wenn man mindestens 14 Jahre alt und 40 kg schwer ist und 160 US$ übrig hat! Hannah und Lea würden liebend gerne springen, das scheitert aber neben dem Veto der Erziehungsberechtigten  vor allem am Geld (und bei Lea auch noch an den anderen Eckdaten…).

IMG_7596Also geht es ohne Sprung weiter, der Blick über die Fälle aus der Ferne ist schon sehr beeindruckend! Leider ist der Himmel ziemlich bewölkt, so dass der bis zu 300m hohe Sprühnebel sich nicht so deutlich abzeichnet. Durch den dichten Regenwald, der sich hier nur bedingt durch den ständigen Nebel gebildet hat, kommen wir den Wassermassen immer näher und können dann über einen schmalen Weg – wieder begleitet von Pavianen – gegenüber der Fälle bis zu einer Schlucht, durch die das Wasser abfließt, wandern. IMG_7649

 

 

Mit Regenschirm und Jacken sind wir bestens gerüstet – dieses Equipment wird auch dringend benötigt, denn der Sprühnebel entwickelt sich zu mächtig großen Tropfen, die uns ziemlich durchnässen! Über eine Brücke gelangen wir pitschnass bis nah an die simbabwische Seite heran und können den Regenbogen am Rainbowfall live bewundern – es ist wirklich fantastisch! Auch das Donnern der Wassermassen beeindruckt uns sehr, allerdings wird der Lärm schon nach wenigen Metern im Wald komplett vom Blattwerk geschluckt.

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Oberhalb der Fälle wirkt der Sambesi mit ein paar Stromschnellen recht unscheinbar, von der Macht der Wassermassen ahnt man wenige Meter vor der Abbruchkante kaum etwas.

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Um diese tollen EIndrücke noch besser zu vermitteln, haben wir schnell ein kleines Video zusammengebastelt:

Buschland im Regen

Wir sind Sambia angekommen. Nachdem wir an der Grenze mächtig ausgenommen worden sind – wir wurden nämlich trotz langer Diskussion als „commercial car“ eingestuft und durften über 200 US $ Road Tax zahlen -, fahren wir nun in Richtung Süden.

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Rechts und links der Straße erstreckt sich Buschland, kilometerweit. Nach mittlerweile über 700 km wird das ganz schön eintönig…IMG_7552

 

 

 

 

Ab und an stehen ein paar einfache Hütten an der Straße, alles wirkt noch viel ärmlicher als in Tansania.

 

 

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Kinder verkaufen Riesenpilze und eimerweise Tomaten.

 

 

 

Und täglich im Nachmittag gibt es ordentlich Regen – von November bis März ist hier halt Regenzeit. Wie sich das dann anfühlt, haben wir in einem kleinen Video zusammengefasst:

Wir haben schon in Tansania Theres IMG_7572und Hans aus der Schweiz, unterwegs im Wohnmobil, und Barry und Vanessa aus England (sie fahren mit einem kleinen BMW genau unsere Tour) getroffen und haben uns inzwischen zu einer internationalen Reisegruppe entwickelt, die sich nun schon den vierten Abend auf demselben Campground wiedertrifft.

 

Durchs südliche Hochland

Wir entfliehen der Hitze in Bagamoyo nach zwei Tagen und fahren wieder in höhere Regionen. Über Dar es Salaam erreichen wir nach stundenlanger Fahrt über den Tan-Zam-Highway Morogoro, das an den Uluguru-Bergen liegt und sich nett präsentiert.

Weiter geht es durch den Mikumi-Nationalpark, wo wir – neben Giraffen, Zebras, Antilopen und einem Büffel – auf unsere erste Elefantenherde treffen. dsc03595An unzähligen Polizeikontrollen vorbei (die nur einmal versuchen, uns der Geschwindigkeitsübertretung zu beschuldigen, was Jochen aber schnell mit Hilfe des Fahrtenschreibers als falsch entlarven kann,,,) erreichen wir die Stadt Iringa.

Südlich der Stadt liegt die Isimila African Garden Lodge. Hier wohimg_7521nt eine deutsch-tansanische Familie mit drei Kindern, die sich sofort prima mit unseren Vieren verstehen und stundenlang durch die 7 Hektar große Anlage streifen. So bleiben wir zwei Tage und erkunden unter Führung der afrikanisch-deutschen Kinder die Isimila Natural Pillars, ein wirklich beeindruckendes canyonartiges Flusstal, in dem hohe Säulen stehen, die dank der Bedeckung mit Lava der Erosion entgangen sind.

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Deutsche Kolonialgeschichte

Aus den angenehm kühlen Usambarabergen zieht es uns noch einmal zum Meer nach Bagamoyo, das uns mit tropisch-schwüler Hitze empfängt. Wir wollen uns die Bauten und Relikte in der Kleinstadt, die um die Jahrhundertwende bis zum Ende des Ersten Weltkrieges fest in der Hand der Kolonie Deutsch-Ostafrika war, ansehen. Außerdem sind wir kurz vor der Abfahrt in der Heimat noch darauf aufmerksam gemacht worden, dass der Kreis Warendorf über den Freundeskreis Bagamoyo und insbesondere die Kreismusikschule, in der unsere Kinder auch aktiv sind, intensive Kontakte nach Bagamoyo hat. So ist zum Beispiel das Kindermusical „Die Schlaue Mama Sambona“ dsc03584 vor einigen Jahren in Kooperation mit Künstlern aus Bagamoyo in Deutschland und auch in Tansania aufgeführt worden. Zudem reist eine Gruppe Jugendlicher aus den Chören der Musikschule alle zwei Jahre für die Workshoparbeit einige Wochen nach Bagamoyo und wohnt – wie auch wir jetzt – in der von einem Deutschen geführten „Travellers Lodge“.

dsc03588Früh am morgen starten wir einen Stadtrundgang, der uns über die ehemalige Kaiserallee – in Erinnerung an das Kopfsteinpflaster der Deutschen mit Pflastersteinen ausgelegt – immer entlang des Meeres in die Altstadt führt. Das erste erhaltene Kolonialgebäude ist die Alte dsc03552Schule, die heute eine Grundschule beherbergt und in Partnerschaft mit der Marienschule Ahlen in den vergangenen Jahren umfangreich renoviert wurde. Das dreistöckige Gebäude wurde vor über hundert Jahren von einem indischen Kaufmann gespendet mit der Auflage, hier Kinder aller Haufarben zu unterrichten (was auch geschah, allerdings nach Stockwerken getrennt…). Wdsc03551ir sehen viele mathematische und biologische Tafelbilder, die an die Außenfassade des Nebengebäudes gemalt wurden, und können durch die glaslosen Fenster einen Blick in die Klassenräume werfen, in denen es dank Ahlener Unterstützung nun seit 2004 auch Schulbänke gibt.

dsc03549Weiter geht es an einigen verfallenen Kolonialbauten entlang bis zum alten Wohnhaus der Kaufmannsfamilie Schuller, das direkt am Strand steht.

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dsc03568Die meisten Menschen in Bagamoyo leben nach wie vor in äußerst einfachen Verhältnissen und verdienen sich ihren Lebensunterhalt als Fischer.

dsc03563Wir begeben uns weiter nach Süden, dsc03570immer enlang der Küste, und passieren das alte Deutsche Hospital, das mit schwedischer Unterstützung renoviert wurde, die Boma, die bis zu ihrem Dacheinsturz als Verwaltungsgebäude der Tansanier diente, und das Alte Fort, das nach der Garnisonsnutzung später auch als Gefängnis genutzt wurde.

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Zum Abschluss gehen wir auf den alten deutschen Friedhof, der direkt am Strand liegt und auf dem sich neben einigen Gräbern gefallener Soldaten auch das Grab des kleinen deutschen Mädchens Gretel befindet, das in Bagamoyo geboren und nur sechs Tage alt wurde.

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Chamäleons in den Usambarabergen

Rubens Bericht:

img_0637Hier in den Usambara-Bergen gibt es sehr viele Chamäleons. Ganz am Anfang haben wir keine gefunden. Dann haben wir Ute gefragt, die Managerin der Irente-Farm, und sie hat gesagt dass die Chamäleons ganz oft in einem Busch sitzen. Dort hat uns eine Angestellte eines gezeigt und zehn Minuten später haben wir zwei Chamäleons aufeinander sitzen gesehen, weil die gekämpft haben. Dann haben wir immer wieder welche gefunden und ich habe mit der Kamera ganz viele Bilder gemacht.

Hier einige Infos zum Chamäleon:

Lebensraum: Afrika und Asien

Länge: 15 – 25 cm

Gewicht: 100g (habe ich selbst gemessen, aber dabei hat mich das Chamäleon in den Finger gebissen)

Paarungszeit: August, dann legen sie 5 bis 35 Eier

Man unterscheidet Chamäleons in zwei Gruppen: die echten Chamäleons und die Stummelschwanzchamäleons.

Es gibt Dreihornchamäleons, da haben nur die Männchen drei Hörner auf der Nase und die Weibchen keine.

Bei Zweihornchamäleons haben beide Geschlechter zwei Hörner. Sie heißen auch West-Usambara-Zweihornchamäleons.img_7417Die Chamäleons verfärben sich, um mit anderen Chamäleons zu kommunizieren! Außerdem passen sie sich an ihre Umgebung und die Temperatur an. Wenn es heiß ist, werden sie heller um die Sonne zu reflektieren.

Ich habe ganz viele Bilder gemacht und bearbeitet:

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Jahreswechsel im Luftkurort

Von Tanga, wo wir netterweise auf dem Hof der Feuerwehr übernachten durften, fahren wir in Richtung Nordwesten. Die Landschaft wird immer hügeliger, wir rollen durch unzählige Dörfer, die sich in dem feucht-heißen, mit vielen Palmen durchsetzten Gebiet verstecken. Am Horizont tauchen schon die ersten Berge auf.img_7404img_7401

Die Usambara-Mountains verstecken sich zwischendurch immer wieder in den Wolken. EIne enge, asphaltierte Straße führt zum ehemaligen Wilhelmstal, heute Lushoto, hinauf, das sich auf gut 1000 m Höhe befindet. Hier haben die deutschen Kolonialherren von Deutsch-Ostafrika vor über einhundert Jahren ihren Verwaltungssitz genommen und aufgrund der angenehmen Höhenluft auch gleich mit dem Jägertal einen Luftkurort errichtet. Unterwegs queren wir einige Siedlungen, die sich sehr romatisch in die Berge einfügen, und genießen die fantastischen Ausblicke.

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Oberhalb von Lushoto liegt die Irente Biodiversity Farm Lodge, ein Projekt der evangelischen Kirche, das von der deutschen Managerinimg_7441 Ute geleitet wird. Auf dem großen Gelände einer ehemaligen deutschen Kaffeefarm aus der Kolonialzeit stehen noch viele der alten Gebäude, es werden Gemüse, Obst und ein wenig Roggen angebaut sowie Kühe, Schweine, Schafe, Hühner, Gänse und Enten gehalten. Außerdem gibt es eine Saft- und Marmeladenproduktion. Neben dem Farmbetrieb ist die Lodge mit einigen Zimmern und kleinem Campinggelände ein weiteres Standbein der Farm. Wir können leider nicht auf die Campsite fahren ohne größere Flurschäden zu verursachen und bleiben so auf dem Besucherparkplatz stehen.

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Zufahrt zur Farm – das war ganz schön eng…

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Rezeptionsgebäude mit Hofladen

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Mietzelt „Campinski“

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Terrasse des alten Farmhauses, heute wunderschönes Restaurant

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Garten des Farmhauses

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Wirtschafts- und Stallgebäude von vor hundert Jahren

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Geräte – auch von vor hundert Jahren…

In dieser wunderbaren Umgebung verbringen wir einen sehr ruhigen Jahreswechsel mit tollem Grillabend, vielen netten Menschen und  guten Gesprächen.

dsci0996 dsci0989  Die Kinder erkunden die Farm und die Umgebung und sehen u.a. ein gerade geborenes Lämmchen. Das Wetter ist in den ersten Tagen sehr durchwachsen, jeden Nachmittag gibt es heftige Schauer – eines erwischt uns leider auch auf dem Rückweg von einem Aussichtpunkt und durchnässt uns bis auf die Haut.

Die Landschaft hier auf knapp 1500 Metern ist herrlich grün und wird von den vielen Menschen, die hier leben, intensiv für die Landwirtschaft genutzt. Wir wandern durch kleine Dörfer und werden immer wieder – vor allem von den Kindern – fröhlich begrüßt.

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Urwald…

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… kleine Höfe…

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… und Landwirtschaft!

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Sonnenaufgangsstimmung

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Vom Irente Point View, der sich nur zwei Kilometer entfernt befindet, kann man weit über die eintausend Meter tiefer liegende Massai-Ebene blicken:

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In Ermangelung größerer Tiere (das Buschbaby hören wir leider nur schreien, sehen es aber nicht), beginnen die Kinder die Fotojagd auf Reptilien und Kriechtiere:

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Besonders Ruben und Marie geraten ins Chamäleon-Fieber – Beitrag dazu folgt…

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Weiße Weihnachten…

dsci0936…mal ganz anders!

Vor unserer Abfahrt haben wir immer gesagt, dass wir Weihnachten am Strand in Kenia verbringen wollen – und das hat jetzt auch geklappt! Nach einem sehr langen Fahrtag von über 12 Stunden erreichen wir den Indischen Ozean bei Mombasa spät abends und verbringen erst einmal eine Nacht in Diani Beach vor der Barclays Bank. Am nächsten Morgen geht es dann wieder ein paar Kilometer nach Norden in die Twiga Lodge in Tiwi Beach, die unter Overlander sehr bekannt ist. Uns schwebt vor, am weißen Strand zwischen Palmen zu stehen, so wie wir es auch von anderen gehört haben. Einen tollen Platz entdecken wir recht zügig, aber genauso schnell dsc03477ist der Spaß dann auch vorbei: Grüdi gräbt sich mit seinen 11t sofort im weichen Sand ein. Nun ist erst einmal buddeln und Luft ablassen angesagt… Das Ganze dauert ziemlich lange, aber schließlich kommen wir wieder frei, beseitigen die Löcher am Strand und suchen uns etwas festeren Untergrund.

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Rechts zwischen den Palmen wollten wir unser Lager aufschlagen…

Neben Elisabeth und Richard ausdsc03495 England und Holland sowie Amanda aus England finden wir ein nettes Plätzchen und richten uns häuslich ein. Hier wollen wir jetzt auf jeden Fall das Weihnachtsfest verbringen, auch wenn wir Gerüchte hören, dass es über die Feiertage extrem voll werden soll.img_7331

 

Das Wasser ist herrlich warm und dank des stetigen kräftigen Windes ist die hohe Lufttemperatur sehr gut auszuhalten. Man unterschätzt aber auch leicht die Macht der Sonne, so dass Ruben sich direkt mächtig den Rücken verbrennt und die nächsten Tage nur mit T-Shirt und im Schatten unterwegs ist. Aber wir werden weiße Weihnachten haben – zumindest der Sand ist blendend weiß!

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Wir unternehmen hierimg_7349 nicht viel, sondern machen wirklich Urlaub vom Reisen (auch wenn sich das komisch anhört). Die Kinder buddeln am Strand und bauen Burgen oder Boote, wir liegen in der Hängematte, lesen und faulenzen. img_7355Hannah baut jeden Morgen ihre Slackline auf, die dann häufig zur Unterhaltung des halben Strandes dient.dsc03493img_7373img_7376

Regelmäßig werden wir von den sogenannten Beachboys besucht (die sich selber lieber als Beach-Operator bezeichnen…) und sollen Kokosnüsse, Fische, Schmuck, Tücher, Samosas oder sonst irgend etwas kaufen, was wir in Maßen natürlich auch machen. Außerdem besuchen uns mit schöner Regelmäßigkeit die Affen, die auch gerne mal ein Brot klauen oder vom Baum herab auf unseren Frühstückstisch machen. Leider haben wir es versäumt, eine Zwille zu kaufen – davor haben die Biester  nämlich wirklich Respekt…

Nach einigen Tagen trifft dann auch Bjorn ein, den wir ja seit Äthiopien nicht mehr gesehen haben. So sind wir inzwischen eine internationale Truppe und beginnen mit den Weihnachts- vorbereitungen. Amanda, die nur mit Zelt und Rucksack für ein Jahr Asien und Afrika bereist,  bastelt mit den Kindern Weihnachtsdekoration, die am großen Mangrovenbaum mitten auf unserem Platz aufgehängt wird. Richard aus England und Elisabeth aus den Niederlanden, leben schon seit einigen Jahren in Afrika und bereisen den Osten zur Zeit mit einem Landrover. Gemeinsam wollen wir am Heiligen Abend ein Strandfeuer machen und am ersten Weihnachtstag ausführlich kochen und speisen.

Heiligabend gibt es aber doch zuerst eine kleine Bescherung unter dem Weihnachtsbaum, die Kinder tragen das allseits bekannte Lied „Oh Mangrovenbaum“ vor und freuen sich jeder über ein Geschenk. Danach entzünden wir das Lagerfeuer und erleben so mal ein ganz anderes Weihnachtsfest. Leider gibt es keine Möglichkeit, einen Gottesdienst zu besuchen – die Küste ist doch sehr islamisch geprägt. img_7385 img_7388 img_7392Das Camp hat sich zwar – wie angesagt – sehr gefüllt, aber es ist trotzdem recht ruhig, so dass wir alle es nicht als unangenehm empfinden.

dsc03511Am ersten Weihnachtstag beginnen wir nach einem gemeinsamen Frühstück mit dem Kochen: es gibt insgesamt über den Tag verteilt ein 5-Gänge-Menu! Wir starten mit Bruschetta an Salat, danach gibt es Rindfleischsuppe mit Markklößchen,

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Das Zwiebackklößchenteam rollt tapfer 107 (!) Klößchen…

bevor das englische Huhn mit Butternut serviert wird. Später gibt es Cannelloni nach Omas Rezept (allerdings in Ermangelung der passenden Cannelloni in der Lasagne-Ausführung), bevor Vanilleeis à la Bananasplit das Menu abrundet und wir vollgefuttert ins Bett fallen – wenigstens etwas soll so sein wie zu Hause ;)!!!dsc03523

 

Am zweiten Weihnachtstag essen wir Reste und wandern bei Ebbe entlang des Strandes zum sogenannten „Afrika-Pool“ – warum heißt er wohl so?

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Das war Weihnachten mal ganz anders – wir wünschen allen, auch ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest verbracht zu haben, freuen uns aber schon jetzt auf Weihnachten 2017!!

 

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So hoch ist er, der höchste Berg Afrikas! Von kenianischer Seite soll es den besten Blick auf den Mount Kilimanjaro geben – den wollen wir uns nicht entgehen lassen. Von Nairobi aus geht es über den vielbefahrenen Mombasa-Highway (der eher einer deutschen Kreisstraße, gespickt mit vielen Schlaglöchern, ähnelt) bis nach Emali, wo wir rechts abbiegen. Ab hier rollen wir durch eine herrliche Savannenlandschaft, sehen vereinzelte Hütten stehen und genießen die Gegend. Der höchste Berg Afrikas hüllt sich – wie so oft – in dichte Wolken.  Am Nordrand des Kilimanjaro gibt es eine Lodge bei einem Massai-Dorf, in der wir mit René verabredet sind. Die Zufahrt erweist sich holprige Sand-Stein-Piste, und gut 200 m vor der Lodge ist endgültig Schluss, denn Grüdi ist zu hoch bzw. die Bäume sind zu tief.img_7299 Wir handeln mit dem Besitzer der Lodge aus, dass wir auf einem flachen Stück oberhalb des Dorfes stehen bleiben können, und lassen uns dort zur allgemeinen Belustigung der Dorfkinder nieder. Etwas später trifft René ein, und auch die Schweizer Familie aus der Jungle Junction gesellt sich überraschend noch zu uns. Die Kinder haben viel Spaß miteinander, bevor es früh zu Bett geht, denn wir wollen den Kili im Sonnenaufgang sehen.

Am nächsten  Morgen erweist sich unsere Stellplatzwahl als goldrichtig, denn aus dem Bett haben wir einen tollen Blick auf den Berg. Ein paar Wolkenfetzen hängen noch am Gipfel und wir stellen fest, dass wir mit mehr Schnee auf der Kuppe gerechnet haben.

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Nach dem Frühstück fahren wir dsc03292in Richtung Amboseli-Nationalpark – wir wollen zwar nicht hinein, da wir allein für Grüdi 300 US$ zahlen müssten (plus weitere 340 US$ für uns!), hoffen aber, auch außerhalb des Parkes Tiere zu sehen. Über eine rumpelige Piste geht es gen Westen, und die Kinder dürfen zum ersten Mal während der Fahrt die Dachterasse nutzen.

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Die ersten Zebras sind schnell in Sicht, wenig später nähern wir uns einer Giraffenherde, die die Straße überquert.dsc03366

 

 

 

Das Jungtier mag Grüdis Lautstärke gar nicht und flieht mit schnellen Schritten.dsc03349

Nachdem vor allem Lea diverse Felsen als Elefanten identifiziert hat, schaut schon niemand mehr hin, als sie wieder mal einen Elefanten ankündigt – aber tatsächlich, der Fels bewegt sich! Ein großer Elefantenbulle streift knapp 100m neben der Straße durch das Gehölz. Alle sind gehörig beeindruckt (nur der Bulle nicht…).

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Später sehen wir noch eine Horde Affen, aber die werden inzwischen schon gar nicht mehr zur Kenntnis genommen. Wir beschließen, noch eine Nacht im Massai-Dorf zu verbringen und machen uns auf den Rückweg. Der Kilimanjaro ist inzwischen wieder komplett in dunkle Wolken gehüllt. Kurz vor dem Dorf beginnt es heftig zu gewittern. Bei strömendem Regen erreichen wir die Piste zum Dorf, die sich – wie wir sehr schnell feststellen dürfen – in eine äußerst rutschige, schmierseifenartige Lehmmatsche verwandelt hat. Grüdi lässt sich kaum mehr lenken, so dass wir fast in den tiefen Graben rutschen! Als wir endlich unseren Stellplatz erreichen, stehen die dsc03269Schweizer auch schon wieder da. Wir sitzen noch eine gute Stunde in den Autos, bevor der Regen endlich nachlässt. Als das Unwetter endlich vorüber ist, kochen wir gemeinsam und verbringen einen sehr netten Abend miteinander.

Am nächsten Morgen entdecken wir, dass der Regen des Vortages dem Kilimanjaro eine weiße Pudelmütze beschert hat:

dsc03443Zum Glück ist die Piste halbwegs abgetrocknet, so dass wir die befestigte Strafe sicher  erreichen und so unseren Weg in Richtung Mombasa fortsetzten können. Grüdi haben wir schon etwas weihnachtlich geschmückt – hier in Kenia reicht die rotweiße Warntafel nicht aus, sondern muss noch durch zwei weitere, gelbrote (sinnigerweise mit rechts und links beschriftet, man könnte sie auch um 180° drehen…) erweitert werden.

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