Unterwegs im Township

Wir sind in Grootfontein im Maori Camp gelandet. Hier haben sich die Südhessen Conni und Peter vor 15 Jahren ein neues Zuhause aufgebaut, bauen Citrusfrüchte an und haben eine nette kleine Lodge mit Campsite. Wir fühlen uns sehr wohl dort und beschließen, einige Tage zu bleiben.

DSC04422-003Conni, die resolute ehemalige Kriminalkommissarin, hat aber neben dem Aufbau der eigenen vier Wände viel Energie in die Unterstützung der schwarzen Bevölkerung gesteckt. Namibia ist ja für viele ein sehr deutsch beeinflusstes, westliches Land mit hohem Standard – aber es gibt sie eben doch, die arme Bevölkerung, die in der Regel aus den Bevölkerunggsruppen der San, Herero und Kavango und Himba besteht. In Grootfontein leben diese Menschen heute (nach einer Zwangsumsiedelung) jenseits der Bahnlinie im Township, wo es inzwischen zwar Elektrizität gibt, die Wellblechhütten aber nicht an eine Wasserver- oder -entsorgung angeschlossen sind. Auch Müllabfuhr oder ähnliche Dienstleistungen sind unbekannt. Und hier, im Township, unterstützt Conni mit vielen deutschen Helfern, Vereinen und Gruppen die frühkindliche Bildung in Form von Kindergärten und Grundschulen – wirklich sehr eindrücklich!

Mit ihrem Pickup dürfenDSC04474-001 wir sie an diesem Tag begleiten, um einige Spenden und etwas Obst zu ihren Kindern zu bringen. Es ist ganz schön windig auf der offenen Ladefläche, aber immerhin bekommen wir ein Lob(!) der Polizeikontrolle, weil wir sitzen (und nicht im Stehen fahren wie die meisten Leute hier…).

Zuerst geht es mit einem Münchner Ehepaar zu einem Kindergarten, für den die beiden die Patenschaft haben und dem sie einige Malartikel und Bücher bringen. In zwei kleinen Räumen werden hier 96 Kinder zwischen drei und sechs betreut und an die Geheimnisse des Lesens, Schreibens und Rechnens herangeführt.

Die Vorschulklasse singt ein Lied füDSC04404-001r uns, dann dürfen unsere Kinder sich revanchieren und ihrerseits etwas singen. Danach gibt es die Geschenke der Bayer, bevor sich alle Kinder in einem großen Kreis aufstellen und unsere vier die mitgebrachten Äpfel und etwas Süßes verteilen dürfen.

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DSC04419-001 DSC04449-001 DSC04442-001 DSC04426-001Weiter geht es zu Connis privatem Kindergarten, der bis vor zwei Jahren auf ihrem Grundstück stand. Dann aber wurde die Siedlung zwangsgeräumt und alle Schwarzen mussten ins Township umziehen. So hat sie dort in fünf Wochen ein neues Gebäude errichtet, in dem jetzt 30 Kinder betreut werden und auch jeden Tag zwei Mahlzeiten erhalten.  Auch hier gibt es Obst und etwas Süßes, die Leiterin erklärt uns die Struktur der Einrichtung und wir alle sind – angesichts der doch sehr einfachen Bedingungen –  über die Freude und Lebhaftigkeit der Kinder erstaunt.

DSC04456-001 DSC04458-001 DSC04471-001Auf dem Heimweg halten wir noch an drei weiteren Kindergärten an, die alle im Dunstkreis  von Connis Aktiven entstanden sind und versuchen, die Chancen der allerärmsten Namibier durch fürhzeitige und nachhaltige Bildung zu erhöhen – wir sind tief  beeindruckt!!!

Deutsch Südwest..

Da die Wetterprognose weiterhin Regen verspricht, verzichten wir auf alle weiteren Abenteuer und Abstecher in Botswana (eigentlich standen noch die Tsolido-Hills auf dem Programm) und reisen nach Namibia weiter. Hier regnet es allerdings auch nicht gerade wenig…

Aber da bleibt Zeit zum Schreiben: so ist das Reisetagebuch Botswana schon fertig, und auch die Fotogalerie wird es bald sein! Sogar Ruben hat es geschafft, nach über zwei Monaten mal wieder was auf seiner Seite zu schreiben!

Wir sitzen derweil im urigen Roy´s Rest Camp etwas nördlich von Grootfontein und warten auf den Zyklon, der am Mittwoch schon Mosambik getroffen hat und für morgen hier als Sturm mit viel Regen angekündigt ist… Hoffen wir, dass die Vorhersagen nicht eintreffen!

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Kalahari – vom Traum zum Albtraum

Jeder, der in den 80er Jahren eine deutsche Bildungsanstalt besucht hat, wird ihn aus unzähligen Vertretungsstunden kennen: den Film „Die lustige Welt der Tiere“. Die betrunkenen Affen und liebestollen Löwen, die heldenmutige Entenmutter und die großen, Bäume umwerfenden Elefantenherden – all das wurde in der Kalahari gedreht. Und davon träumen  wir hier in Botswana: eine Tour durch die häufig als Wüste bezeichnete Trockensavanne der Kalahari.

Der Plan: mit Ruth und Walter aus der Schweiz wollen wir den Kalahari Nationalpark von Ost nach West durchqueren, um dann gemeinsam einen Wildernesstrail im Kgalagadi-Transfrontier-Park zu befahren.  Die beiden sind in einem Landcruiser mit einer Aufsetzkabine unterwegs und wollen – ebenso wie wir – aus Sicherheitsgründen nicht alleine in einen Park fahren. In Maun buchen wir die nötigen Camps vor, zahlen die Eintrittsgebühren (Grüdi ist mal wieder mit Abstand das teuerste Familienmitglied…)DSC03991-001 und fahren bis nach Rakops. Dort wollen wir noch tanken und die letzten Vorräte einkaufen – Diesel gibt es aber leider seit vier Wochen nicht mehr, so dass wir nur etwas Brot und Wasser erstehen können. Von hier geht es 40 km über eine Sandpiste bis zum Gate. Die Piste ist allerdings nicht zu erkennen – im Grunde ist sie ein einziger See… Auf sandigem Untergrund lässt DSC04006-001sich diese Etappe aber gut fahren, so dass wir im Spätnachmittag einige Kilometer vor dem Gate ankommen und einen Übernachtungsplatz finden. Wären wir nicht mit zwei Autos unterwegs, hätten wir vermutlich jetzt schon umgedreht – mit diesem Gedanken schlafen wir bei Gewitter ein.

Am nächsten Tag geht es auf in den Park. Wir fragen die Ranger am Eingang noch mehrfach, ob die Pisten für uns ein Problem werden könnten, werden aber lediglich auf eine Stelle in Richtung Parkausgang hingewiesen, an der im vergangenen Jahr einige Fahrzeuge stecken geblieben seien. Aus dem Reiseführer wissen wir, dass der Park in der Regenzeit besser zu befahren sein soll, da feuchter Sand deutlich fester ist. Außerdem sollen die Tierbeobachtungsmöglichkeiten von November bis April optimal sein –  die Vorfreude steigt!

Auf den ersten 40 km IMG_7763-001passiert aber gar nichts: wir rollen weiterhin von Matschloch zu Matschloch, rechts und links des Weges stehen Bäume und Sträucher, von Tieren keine Spur. Halbwüste oder Trockensavanne hatten wir uns anders vorgestellt! Gegen Mittag erreichen wir endlich die Deception Pan, eine weite, mit halbhohem Gras bewachsene Salzsenke. Das sieht schon eher nach Kalahari aus! Wir genießen den Blick in die Weite,

IMG_7779-001treffen auf ErdhörnchenDSC04013-001

IMG_7786-001und machen auf Grüdis Dach eine ausgiebige Mittagspause. DSC04053-001DSC04048-001Das erste Gnu taucht auf, eine Herde Oryxantilopen kreuzt unseren Weg und wir sehen einen kleinen Schakal neben der Piste.

DSC04086-001DSC04061-001 DSC04069-001 DSC04096-001Etwa drei Kilometer entfernt soll IMG_7794-001laut Gamedrive-Fahrer, der uns begegnet, ein Löwe liegen – leider ist der Weg dorthin so schlammig, dass wir es nicht wagen…

So fahren wir noch etwas in der Gegend herum, suchen Großwild und richten uns dann auf unserer Campsite ein.

IMG_7802-001Nach einer ruhigen Nacht (wir hören nur ein Mal Löwengebrüll in der Ferne) starten wir in der Früh um sechs zum ersten Gamedrive – morgens sieht man bekanntlich die meisten Tiere!

DSC04136-001Das beschränkt sich in unserem Fall allerdings auf die schon bekannten Oryxantilopen, Springböcke, Schakale und diverses Federvieh – wo sind die Geparden, Löwen und Leoparden bloß? Wir sehen so viele riesige Herden, das ist schon ein wirklich tolles Bild (und wäre ein leckeres Mittagessen für so einige der Mitbewohner…)

DSC04168-001 DSC04162-001 DSC04183-001 IMG_7851-001 DSC04215-001Spannender als die wilden Tiere sind jedoch die Wassermassen auf den Wegen – das hatten wir so definitiv nicht erwartet!

DSC04203-001Immerhin finden wir noch etwas Dekorationsmaterial für Grüdi:IMG_7864-001IMG_7860-001 Als wir gerade wieder neben einer der großen Salzpfannen fahren, passiert es: Grüdi sackt nach links weg! Jochen versucht noch, rückwärts wieder auf den Weg zu kommen, aber wir graben uns nur weiter ein. War ja irgendwie zu erwarten!

DSC04219-001Also heißt es Sandbleche vom Dach holen,DSC04220-001

DSC04222-001Schaufeln auspacken…DSC04232-001 und buddeln, was das Zeug hält!

DSC04228-001Mit vereinten Kräften gelangen wir schließlich wieder auf den Weg, nur um zweihundert Meter weiter…DSC04240-001…wieder fest zu stecken!! Mist!!

DSC04259-001Jetzt sind wir aber schon richtig in der Übung und binnen 20 Minuten wieder auf dem Weg. Die Stimmung ist trotzdem etwas angekratzt, es ist mächtig heiß und alle freuen sich, dass wir drei Kilometer weiter unser Nachtlager erreichen. Am nächsten Morgen wollen wir wieder um sechs Uhr starten, da wir über 120km bis zum Gate fahren müssen. Dank massiver Ameisenangriffe auf der Campsite sind wir früh im Bett und hören nachts den Regen prasseln.

Wie besprochen geht es um sechs Uhr weiter, es tröpfelt noch und ist ziemlich grau. Wir sind DSC04271-001gut gelaunt, da wir die Salzpfanne verlassen haben und der Weg – wie auch schon am Vortag – durch dichtes Gestrüpp führt. Die Spuren stehen unter Wasser, aber das ist ja nichts Neues für uns. Umso erschrockener sind wir, als Grüdi nach knapp einem Kilometer Fahrt nach rechts wegrutscht – es ist nicht zu fassen, wir stecken schon wieder! Und dieses Mal haben wir kein Gras, sondern Wasser und Schlamm um uns herum!

DSC04275-001 DSC04290-001 DSC04293-001Zu allem Überfluss beginnt es auch noch zu schütten, so dass wir erst einmal frühstücken und dann mit der Befreiung beginnen wollen. Wir buddeln, holen die Sandbleche vom Dach und versuchen, uns freizufahren – vergebens. Nach zwei Stunden kommt ein Hilux voll mit Holländern, die ebenfalls versuchen, uns herauszuziehen – vergebens. Etwas später geschieht dasselbe mit einem Fahrzeug eines Safarianbieters – und es fährt sich auch noch fest! Wir haben keinerlei Kontaktmöglichkeit, Mobilnetz gibt es nicht, nicht mal der Funk des Gamedrivers funktioniert – hoffentlich sagen die Holländer wie versprochen am Gate Bescheid! Den ganzen Tag verbringen wir mit Buddelei, Seilwindenversuchen und vielen vergeblichen Anläufen – alles umsonst. Erstmals sind wir froh, keine Löwen oder ähnliches gesichtet zu haben, denn wir müssen uns ziemlich weit vom Grüdi entfernen. Die Kinder werden super von Ruth versorgt, sie kocht ihnen Nudeln, backt Kuchen und spielt mit ihnen. So vergeht die Zeit, wir warten auf Hilfe und fühlen uns ziemlich machtlos.

Am Nachmittag des zweiten Tages – wir hatten die Hoffnung fast sRachon aufgegeben – kommt um vier Uhr endlich ein Fahrzeug mit fünf Rangern. Sie beginnen, etwas zu buddeln und wollen uns mal eben herausziehen und am selben Abend noch zum Gate bringen. Am Ende der Bemühungen stecken wir tiefer im Schlamm als je zuvor, aber die DSC04305-001 DSC04323-001Ranger versprechen, am nächsten Tag mit einem neuen Plan und einem Traktor wieder zu kommen.

Tag drei: Jochen schafft es unglaublicherweise,DSCI0034-001 Grüdi mit zwei Wagenhebern so weit aufzubocken, dass wir Holz und Steine unter die Hinterräder stopfen können. Judith und Walter schaffen mit Rubens HIlfe jede Menge Steine heran, halbe Bäume werden gefällt – es ist sehr anstrengend! Aber wir können nicht einfach untätig herumsitzen, das würde uns noch mehr in den Wahnsinn treiben! Am Nachmittag haben wir Grüdi so weit angehoben, dass er fast gerade steht – jetzt fehlen nur noch die Ranger und das Zugfahrzeug! Leider kommen sie aber nicht, und am Abend zieht ein Riesengewitter auf und macht alle Arbeit wieder zunichte…DSC04329-001

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Es regnet die ganze Nacht, und am DSCI0040-001Morgen des vierten Tages stehen wir wieder genauso tief im Schlamm wir zu Beginn. Es ist zum Heulen! So langsam gehen uns die Lebensmittelvorräte und das Wasser aus, wir können maximal noch zwei Tage hier bleiben! Wo zum Teufel sind die Ranger??? Wir sind erstaunt, wie gut die Kinder mit der Situation klar kommen – vielleicht überblicken sie aber auch nicht wirklich die Konsequenzen, die uns drohen könnten. Falls es so weiter regnet, müssen wir uns für eine lange Zeit ein Alternativfahrzeug organisieren…

Gegen Mittag am vierten Tag  – die Kinder haben gerade aus den letzten Eiern Berge von Pfannkuchen gebacken – steht plötzlich ein weißes Auto da. Sind das etwa die Ranger? Nein, die Insassen sehen etwas blass aus, und Ranger würden wohl kaum Deutsch reden… Es sind Betti und Klaus, die für drei Monate im eigenen Geländewagen unterwegs sind und erst einmal ihr Satellitentelefon herausholen, um bei der Parkverwaltung anzurufen. Deren Auskunft: der Rettungstruck, der gestern für uns losgefahren ist, ist auch stecken geblieben – wir sollen weiter warten… Die beiden bleiben bei uns, wir starten nach weiterer Arbeit noch einen letzten (frustranen) Freifahrversuch und beschließen dann schweren Herzens, am nächsten Morgen Grüdi stehen zu lassen und gemeinsam mit zwei Fahrzeugen zum Gate zu fahren. Wir packen die wichtigsten Sachen, Zelt und Schlafsäcke sowie alle Dokumente zusammen und verbringen einen sehr deprimierten letzten Abend im Grüdi. Aus dem Kalaharitraum ist wirklich ein Alptraum geworden!

Um acht in der Früh am Tag fünf verlassen wir unser treues Mobil und stellen schon nach einigen hundert Metern fest, dass die Pistenverhältnisse dank des vielen Regens noch viel DSC04378-001schlimmer geworden sind. Hier wären wir niemals weiter gekommen! Auch Walter fährt sich zwischendurch fest – wo kommt nur das ganze Wasser her??? Einziger Lichtblick sind drei Geparden, die wir im halbhohen Gras entdecken.

Nach vier Stunden haben wir 80 km hinter uns gebracht und erreichen die Deception Pan. Auch hier sieht es viel nasser aus als vor einigen Tagen, und am Rand der Piste steht eine Truppe von drei Geländewagen. Die südafrikanisch-kanadische Truppe hat gerade beschlossen, aufgrund des Matsches wieder zurück zum Gate zu fahren, so dass wir mit fünf Fahrzeugen im Konvoi fahren können. Endlich, gegen 16:00 Uhr, erreichen wir das Gate und können den Rangern mitteilen, dass wir uns selbst aus dem Park „gerettet“ haben. Flugs wird der Helikopter, der uns am nächsten Morgen ausfliegen(!) sollte, wieder abbestellt – zum Glück, denn das wäre sicher sehr teuer geworden!!! Wir werden von J.P. und Regine aus Kanada und den Südafrikanern extrem aufgemuntert und verpflegt, denn wir haben ja nichts dabei – ihre Gastfreundschaft ist wirklich umwerfend! Im Camp können wir das Dreimannzelt aufbauen (ganz schön eng), und glücklicherweise können Lea und Marie bei Ruth und Walter im Landcruiser schlafen. Wir erfahren, dass ein weiterer Rettungstruck unterwegs ist, angeblich von der Armee, um den ersten Truck und weitere festgefahrene Fahrzeuge zu bergen.

DSC04385-001Am nächsten Morgen bleibt Jochen am Gate, während Judith mit den Kindern und dem Schweizerisch-Deutsch-Kanadischem Rettungsteam die letzten 40km nach Rakops fährt. Dort wird sie an einem Motel abgesetzt, so dass Ruth&Walter sowie Betti&Klaus ihre Reise fortsetzen können. Jochen wird von den Südafrikanern, die glücklicherweise am Park bleiben, bemuttert und startet gegen 14:00 Uhr zur Rettungsmission – allerdings nicht mit dem Militär, sondern mit einem Unternehmen. Sie DSCI0046-001versuchen, einen Geländewagen und den ersten Truck aus dem Schlamm zu ziehen – vergeblich. Dann wollen die Ranger noch im Dunkeln zu Grüdi fahren, entscheiden aber doch anders und kommen zum Gate zurück. Am nächsten Morgen um fünf soll es wieder losgehen (Jochen steht bereit und wird trotz nachtschlafender Zeit von den Südafrikanern mit Kaffee versorgt!), um sechs gehts dann tatsächlich los – dieses Mal direkt zu Grüdi. Erst läuft alles super, aber DSCI0055-001dann kommt die Stelle, an der wir uns zum ersten Mal fest gefahren haben… Die Ranger wählen eine andere Spur – und bleiben keine zehn Meter hinter unserem „Loch“ im Matsch stecken!!! Es sind nur noch vier Kilometer bis zu Grüdi, aber zwei Rettungsfahrzeuge stecken nun im Matsch! Alle Befreiungsversuche scheitern! Schließlich fahren zehn Ranger in zwei Begleitfahrzeugen zu Grüdi, buddeln noch ein wenig, und dann schafft Jochen es tatsächlich – vor allem dank des seit zwei Tagen trockenen Wetters – Grüdi aus DSC04387-001eigener Kraft zu bergen!!! Es geht zurück zum Gate und von da am nächsten Tag nach Rakops, wo Judith und die Kinder sehnsüchtig warten. Wir sind überglücklich, dass wir alle wieder zusammen sind – im Nachhinein ist es ein spannendes Abenteuer gewesen, aber noch einmal brauchen wir so etwas sicher nicht!!!

Übers Okavango-Delta

Nachdem wir nun einige Tag in Maun im Süden des Okanvango-Deltas auf der Sedia Campsite verbracht und die weitere Tour geplant haben, hat es nun (quasi als nachträgliches Weihnachtsgeschenk) doch noch geklappt: wir konnten uns mit zwei deutschen Studenten zwei kleine Flieger teilen und über das Delta schweben! Das Wetter scheint stabil zu sein, auch wenn sich schon wieder dicke Wolken am Horizont aufbauen – es kann los gehen!

IMG_7706Jochen muss mit den beiden Studenten eine viersitzige Cessna teilen, Judith und die Kinder nehmen in einer weiteren Maschine Platz und um 16:oo Uhr heben wir ab. Zunächst liegt die Stadt Maun unter uns:DSC03889IMG_7714Schnell verlassen wir die besiedelten IMG_7717Gebiete und sehen unter uns eine unendlich weite grüne Ebene, durchzogen von vielen Wasserflächen in denen die Ziehspuren der Tiere gut zu erkennen sind. Jetzt, mitten in der Regenzeit, ist das Delta nur minimal gefüllt, da die jährliche Flutwelle aus Angola erst im Juni das Delta erreicht. Es ist sehr beeindruckend, diesen Überblick von oben zu bekommen!

DSC03968IMG_7718In einer Höhe von 150m gleiten wir über die Ebene und erhalten einen großartigen Überblick. In der Ferne sehen wir Regenschauer, bleiben selbst aber im Trockenen. Die Tiere wirken aus der Höhe winzig klein, selbst Giraffen und Elefanten sind kaum zu erkennen. Wir hatten mit etwas größeren Herden gerechnet, diese scheinen sich aber gerade nicht in unserem Sichtbereich aufzuhalten. So werden die unzähligen Aufnahmen eher zu Suchbildern – frei nach dem Motto: „Such das Tierchen! Viel Spaß beim Identifizieren!IMG_7737IMG_7724DSC03956DSC03962Als wir nach einer knappen Stunde IMG_7758wieder wohlbehalten am Boden stehen, sind alle schwer begeistert und überschlagen sich dabei, gegenseitig vom Gesehenen zu berichten. Das war wirklich ein toller Ausflug – im wahrsten Sinne des Wortes!

Nun geht es zusammen mit einem Schweizer Ehepaar weiter in die Weitern der Kalahari – bis bald!

 

Im Land der Elefanten

Am frühen Morgen brechen wir bei Regen in Livingstone auf, um über die Grenze nach Botswana zu gelangen. Schon Kilometer vor der Grenze rollen wir an einer langen LKW-Schlange vorbei, alle warten auf den Fährtransfer über den Sambesi. Glücklicherweise müssen Touristen sich nicht in die DSC03695Warteschlange einreihen – die Wartedauer betrüge dann nämlich drei Tage! Vielmehr geht es bei uns ganz fix, Jochen soll schon auf die Fähre fahren, als Judith noch gar kein Ticket gekauft hat! Die Fähre sieht alles andere als vielversprechend aus, zum Glück sind nur wir und ein weiterer PKW an Bord. Die kurze Überfahrt verläuft glimpflich, und auch die Einreise nach Botswana – unser erstes Land ohne Visum – geht schnell über die Bühne. In Kasane führt unser erster Weg zum Arzt, denn Marie hat plötzlich hohes Fieber und starke Kopfschmerzen – erleichtert nehmen wir den negativen Malariaschnelltest zur Kenntnis.

IMG_0767Weiter geht es in die Chobe Safari Lodge, wo wir mit malerischem Blick auf den Chobe River und die Nilpferde am anderen Ufer einchecken. Im Camp selber laufen dank Umzäunung keine Elefanten mehr herum, dafür Warzenschweine, Dick-Dicks und reichlich Affen.

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Am Abend ergeben sich über den Chobe River in Richtung Namibia herrliche Sonnenuntergangsbilder mit Gewitterwolken, die nachts reichlich Regen bringen.IMG_0792Eine Bootsfahrt auf dem Chobe ist im Moment nicht lohnenswert, da angeblich kaum Tiere zu sehen sein sollen. So packen wir nach zwei Tagen unsere Siebensachen zusammen und fahren in Richtung Süden. Immerhin sollen hier in Botswana über 130.000 Elefanten leben. so viele dass manche schon von einer wahren DSC03760Elefantenplage reden! Und dann geht es endlich los: wir sehen Elefanten: erst einen einsamen Bullen in der Ferne, dann einen an der Straße, der uns ganz schön antrompetet. Je weiter wir nach Süden gelangen, desto häufiger sehen wir die großen Dickhäuter rechts und links der Straße, mal alleine, mal in der Herde mit Jungtieren. Es ist wirklich toll – und das alles außerhalb der Nationalparks!DSC03773DSC03782Mal nutzen die Elefanten brav den Seitenstreifen, häufig queren sie aber die Straße – nicht  ganz ungefährlich! Wir halten natürlich immer lange an und bewundern diese gemächlichen Tiere! Besonders toll wird es aber, als wir nachmittags mitten in der Wildnis ein Wasserloch finden, wo wir übernachten können. Vom Grüdi aus können wir eine Elefantenkuh mit zwei Halbwüchsigen und einem ganz jungen Kalb beim Baden und Trinken beobachten, bis ein Bulle kommt und alle vertreibt – fantastisch!!!

DSC03837DSC03867DSC03889DSC03900Glücklicherweise stehen wir gegen den Wind, so dass die Tiere uns gar nicht bemerken. Es kribbelt trotzdem ganz schön, wenn man sieht, wie der Bulle die Helmperlhühner attackiert, die auch ein bisschen vom Wasser wollen!

IMG_7684Hier verbringen wir eine fantastische ruhige Nacht, hören im Dunkeln noch ein paar Dickhäuter zum Trinken kommen, werden aber nicht – wie in der Nacht zuvor – von Löwengebrüll wach. Das ist wirklich Wildnis – wir brauchen keinem der Kinder zu erklären, warum wir uns nicht außerhalb des LKW aufhalten wollen!

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Am nächsten Morgen erleben wir einen tollen Sonnenaufgang, bevor wir unsere Reise in Richtung Okavangodelta fortsetzen.

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Donnernder Rauch

Am Sambesi zwischen Sambia und Simbabwe liegen die breitesten Wasserfälle der Erde, in der Sprache der Einheimischen als „Mosi-oa-Tunya“ (=Donnernder Rauch) bezeichnet, uns besser bekannt als Victoria-Fälle. Jetzt, in der Regenzeit, fließen pro Minute 500 Mio Liter Wasser über die 1,7 km breite Kante bis zu 109m in die Tiefe.

Wir besuchen dieses Weltnaturerbe von der IMG_7586sambischen Seite aus und gehen zunächst bis zur Brücke, deren Mitte die Grenze zwischen Simbabwe und Sambia markiert. Viele Paviane leben hier rund um die Fälle, und Lea wird – mal wieder – von einem Affen attackiert, was ihr wirklich Angst macht – die Viecher sind nicht ungefährlich! Wir haben einen guten Blick auf die Brücke, von der man den höchsten Bungeesprung Afrikas wagen kann – wenn man mindestens 14 Jahre alt und 40 kg schwer ist und 160 US$ übrig hat! Hannah und Lea würden liebend gerne springen, das scheitert aber neben dem Veto der Erziehungsberechtigten  vor allem am Geld (und bei Lea auch noch an den anderen Eckdaten…).

IMG_7596Also geht es ohne Sprung weiter, der Blick über die Fälle aus der Ferne ist schon sehr beeindruckend! Leider ist der Himmel ziemlich bewölkt, so dass der bis zu 300m hohe Sprühnebel sich nicht so deutlich abzeichnet. Durch den dichten Regenwald, der sich hier nur bedingt durch den ständigen Nebel gebildet hat, kommen wir den Wassermassen immer näher und können dann über einen schmalen Weg – wieder begleitet von Pavianen – gegenüber der Fälle bis zu einer Schlucht, durch die das Wasser abfließt, wandern. IMG_7649

 

 

Mit Regenschirm und Jacken sind wir bestens gerüstet – dieses Equipment wird auch dringend benötigt, denn der Sprühnebel entwickelt sich zu mächtig großen Tropfen, die uns ziemlich durchnässen! Über eine Brücke gelangen wir pitschnass bis nah an die simbabwische Seite heran und können den Regenbogen am Rainbowfall live bewundern – es ist wirklich fantastisch! Auch das Donnern der Wassermassen beeindruckt uns sehr, allerdings wird der Lärm schon nach wenigen Metern im Wald komplett vom Blattwerk geschluckt.

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Oberhalb der Fälle wirkt der Sambesi mit ein paar Stromschnellen recht unscheinbar, von der Macht der Wassermassen ahnt man wenige Meter vor der Abbruchkante kaum etwas.

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Um diese tollen EIndrücke noch besser zu vermitteln, haben wir schnell ein kleines Video zusammengebastelt:

Buschland im Regen

Wir sind Sambia angekommen. Nachdem wir an der Grenze mächtig ausgenommen worden sind – wir wurden nämlich trotz langer Diskussion als „commercial car“ eingestuft und durften über 200 US $ Road Tax zahlen -, fahren wir nun in Richtung Süden.

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Rechts und links der Straße erstreckt sich Buschland, kilometerweit. Nach mittlerweile über 700 km wird das ganz schön eintönig…IMG_7552

 

 

 

 

Ab und an stehen ein paar einfache Hütten an der Straße, alles wirkt noch viel ärmlicher als in Tansania.

 

 

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Kinder verkaufen Riesenpilze und eimerweise Tomaten.

 

 

 

Und täglich im Nachmittag gibt es ordentlich Regen – von November bis März ist hier halt Regenzeit. Wie sich das dann anfühlt, haben wir in einem kleinen Video zusammengefasst:

Wir haben schon in Tansania Theres IMG_7572und Hans aus der Schweiz, unterwegs im Wohnmobil, und Barry und Vanessa aus England (sie fahren mit einem kleinen BMW genau unsere Tour) getroffen und haben uns inzwischen zu einer internationalen Reisegruppe entwickelt, die sich nun schon den vierten Abend auf demselben Campground wiedertrifft.

 

Durchs südliche Hochland

Wir entfliehen der Hitze in Bagamoyo nach zwei Tagen und fahren wieder in höhere Regionen. Über Dar es Salaam erreichen wir nach stundenlanger Fahrt über den Tan-Zam-Highway Morogoro, das an den Uluguru-Bergen liegt und sich nett präsentiert.

Weiter geht es durch den Mikumi-Nationalpark, wo wir – neben Giraffen, Zebras, Antilopen und einem Büffel – auf unsere erste Elefantenherde treffen. dsc03595An unzähligen Polizeikontrollen vorbei (die nur einmal versuchen, uns der Geschwindigkeitsübertretung zu beschuldigen, was Jochen aber schnell mit Hilfe des Fahrtenschreibers als falsch entlarven kann,,,) erreichen wir die Stadt Iringa.

Südlich der Stadt liegt die Isimila African Garden Lodge. Hier wohimg_7521nt eine deutsch-tansanische Familie mit drei Kindern, die sich sofort prima mit unseren Vieren verstehen und stundenlang durch die 7 Hektar große Anlage streifen. So bleiben wir zwei Tage und erkunden unter Führung der afrikanisch-deutschen Kinder die Isimila Natural Pillars, ein wirklich beeindruckendes canyonartiges Flusstal, in dem hohe Säulen stehen, die dank der Bedeckung mit Lava der Erosion entgangen sind.

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