Willkommen im Königreich des Himmels!

– mit diesen Worten empfängt uns das kleine Land Lesotho, das mitten in Südafrika, am Rande der Drakensberge, auf 1600müNN und höher liegt. Als wir den Grenzfluss in Maseru überqueren, fühlen wir uns sofort wieder in das „richtige“ Afrika zurückversetzt: die Straßen sind gesäumt von vielen Bretterbuden, aus denen gebratener Mais, Obst, Gemüse und alle möglichen anderen Dinge verkauft werden. Viele Menschen stehen und laufen herum, winken und lachen freundlich und lassen ihre Kühe oder Schafe im Graben weiden. Horden von Kindern und Jugendlichen in Schuluniformen säumen die Straßen, auch die Allerkleinsten im Kindergartenalter sind schon mutterseelenallein unterwegs. Auch die in Ostafrika so beliebten Speedhumps zur Geschwindigkeitsbegrenzung sind wieder allgegenwärtig – wir hatten sie seit Botswana schon fast vermisst… Leider holt uns auch ein weniger schöner Aspekt des nördlichen und östlichen Afrikas wieder ein: überall dort, wo größere Ansiedlungen sind, liegen Unmengen von Müll herum.

Wir lassen die Hauptstadt Maseru DSC06143schnell hinter uns liegen und wagen uns in die Bergwelt vor. Die recht neu asphaltierte Straße in Richtung Semokong windet sich in atemberaubenden Steigungen durch die Landschaft, Grüdi hat mächtig zu kämpfen. Überall fallen uns große Menschentrauben in gleichen bunten Shirts auf: mal gelb, mal rot, dann blau oder weiß, Sie tanzen auf den Straßen, singen Lieder und rufen Parolen. Später erfahren wir, dass dieses keineswegs irgendein Volksfeiertag ist, sondern dass Anfang Juni die Parlamentswahlen stattfinden und unzählige Parteien um die Gunst der Wähler buhlen – der König hat nämlich lediglich repräsentative Funktionen. Weiter im Landesinneren sind dann auch keine Parteiveranstaltungen mehr zu finden, das Leben der Menschen hier ist viel zu hart, um die Zeit mit derartigen Dingen zu vergeuden. Es gibt weder Strom noch eine Wasserversorgung, die Basothos leben in einfachen Steinhütten mit Strohdächern, bauen etwas Hirse oder Weizen an und weiden ihre Kühe und Schafe. Immer wieder passieren wir kleine Siedlungen und erstaunlich viele, oft neu erbaute Schulen.

DSC05979 IMG_9429Als wir Mittagspause machen, stehen plötzlich zwei kleine Jungen an der anderen Straßenseite und versuchen, uns auf einer Art Gitarre etwas vorzuspielen. Es klingt zwar wenig melodiös, aber natürlich bekommen sie auch jeder einen unserer Pfannekuchen ab. Wenige Minuten später wird Jochen von einer jungen Frau angesprochen, die uns zum Campen in ihr Guesthouse einlädt. Wir folgen der Einladung und übernachten auf ihrem Gelände, das sie recht rustikal, aber gemütlich hergerichtet hat.

Nachdem wir in den letzten Tagen an den Temperaturen und dem Herbstlaub schon gemerkt hatten, dass der „Winter“ naht, bekommen wir das in dieser Nacht sehr deutlich zu spüren: es wird bitterkalt, als wir morgens aufwachen zeigt das Termometer -3°C, und wir sind von Rauhreif umgeben. Grüdi tut sich beim Starten richtig schwer – diese Temperaturen ist er nicht mehr gewöhnt und mag sie gar nicht!

DSCI0724Auch wir bibbern ziemlich, die Kinder verlassen ihre Schlafsäcke vorsichtshalber gar nicht erst. Die Schulmädchen, die uns früh um sieben entgegenkommen, haben aber alle noch kurze Röcke an – Winterschuluniform ist erst ab Mai erlaubt! Auf unserem Weg durch die wunderschöne Landschaft treffen wir immer wieder auf junge Männer, die in dicke Decken gehüllt mit ihren Schafen oder Rindern unterwegs sind.IMG_9424Es sind nur wenige private Autos zu sehen, Hauptfortbewegungsmittel im Bergland ist das Pferd.

IMG_9425 IMG_9436In Semokong müssen auch wir die Teerstraße verlassen, um die Maletsunyane-Wasserfälle zu erreichen. Recht holprig, steil und eng ist der Weg, der uns auf den Canyon zuführt.

DSC06045 DSC06060Schließlich können wir etwas oberhalb des Falles parken und die Aussicht genießen.

IMG_9450 IMG_9464 Auf dem Rückweg erleben wir ein weiteres Mal, wie hart das Leben der Menschen hier noch ist: die Feldarbeit wird komplett per Hand erledigt, das Getreide gedroschen wie bei uns vor über hundert Jahren.

IMG_9468 DSC06104Hannah wird zum Helfen aufgefordert, möchte aber doch lieber mit uns weiterfahren. Wir genießen weiter das tolle Panorama, bleiben aber nur noch eine weitere Nacht – das Königreich des Himmels ist einfach zu kalt für uns und vor allem für Grüdis Batterie…

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Diamantenfieber und Frostbeulen

Nach dem Versorgungs- und Waschstopp in Upington rollen wir bei strahlend blauem Himmel in Richtung Osten, unser Ziel heißt Kimberley. Die 100.000-Einwohner-Stadt verdankt ihre Entstehung großen Diamantenfunden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Cecil Rhodes, späterer Premierminister und Namensgeber der britischen Kolonien Süd- und Nordrhodesien (heute Simbabwe), errichtete mit der Firma „De Beers“ die größte Mine Kimberleys. Heute spielt der Diamantenabbau nur noch eine untergeordnete Rolle. Rund um das „Big Hole“ und die ihm angegliederte nachgebaute Dimantengräberstadt kann man aber sehr anschaulich die Geschichte und den rasanten Aufstieg nachvollziehen.

Aus dem Big Hole wurden von IMG_93411871 bis 1914 im Tagebau insgesamt 2.722 Kilogramm Diamanten (=über 14 Mio Karat)  gefördert. Es ist mit 241m das tiefste per Hand gegrabene Tagebauloch der Welt. Heute ist es 40 m tief mit Wasser gefüllt und liegt mitten in der Stadt Kimberley, seine Fläche beträgt 17 Hektar, der Umfang 1,6 km.

DSC05952Wir stehen (mal wieder als einzige Gäste) auf dem städtischen Campingplatz direkt neben dem alten Tagebau. Von hier können wir die als kleines Freilichtmuseum konzipierte Anlage besichtigen und starten die Tour mit einer sehr informativen und kurzweiligen Führung, die auf der Plattform über dem Loch beginnt und uns auch in IMG_9356den nachgebauten Untertageabbau, der heute noch getätigt wird, führt. Zum Schluß der Führung erhalten wir sogar Eintritt in einen hochgesicherten Bereich, in dem besonders wertvolle Diamanten gezeigt werden – nun verstehen wir auch den Sicherheitscheck, bei dem Jochen (mal wieder) seinen Leatherman abgeben musste…

IMG_9343 IMG_9348Um den alten Tagebau herum wurden viele alte Gebäude aus der Zeit des Diamantenfiebers wieder aufgebaut, so dass wir das Leben der Menschen gut nachvollziehen können.

IMG_9368 IMG_9367 IMG_9372 IMG_9369 IMG_9374 IMG_9335Auch wenn wir uns große Mühe geben, können wir doch leider keinen Diamanten mehr auf dem Boden finden…. Zum Abschluss gibt es eine kleine Rundfahrt mit der originalen Tram, die noch auf den Schienen, die Anfang des 20. Jahrhunderts rund um das Big Hole gelegt wurden, fährt.

Von Kimberley zieht es uns dann in den Mokala-Nationalpark, den jüngsten südafrikanischen Park, in dem wir endlich Nashörner sehen wollen! Leider haben wir aber nicht berücksichtigt, dass hier rund um Ostern natürlich Ferien sind, was bedeutet dass alle Camps in den Parks ausgebucht sind (Campen ist nach dem Braai Nationalsport Nr. 2… in Südafrika). Am Gate DSC05827verweisen uns die sehr hilfreichen Ranger  aber an die Eureka-Farm von Albert und Elsa Voster, die auf ihrer Rinderfarm zwei kleine Ecocamps aufbauen.DSC05829 Ecocamp bedeutet hierbei nichts anderes als dass man wirklich ohne Strom und Wasser mitten in der Wildnis steht, nur eine kleine Feuerstelle ist eingerichtet und ein modernes Plumpsklo installiert. Wir stehen einige Kilometer vom Farmhaus enfernt direkt am Damm, der nach vier Jahren ohne Niederschlag nun seit Anfang Januar langsam wieder vollregnet, und verbringen eine herrlich ruhige Nacht. Leider setzt in den frühen Morgenstunden Regen ein und verwandelt unsere Umgebung in eine schmierige Rutschbahn. Albert und Elsa, beide Mitte Siebzig, sind extrem bemüht um uns, und so steht Albert schon zum DSC05809Frühstück wieder bei uns und bringt einen Kanister mit Trinkwasser. Dann lädt er uns alle in seinen Toyota ein und wir bekommen von ihm und seiner Frau eine dreistündige Rundfahrt über das 750 Hektar große Farmgelände. Wir sehen Oryx, Springbock, Kuhantilopen, Kudus und natürlich Rinder, die aber urafrikanisch sind und alle eine individuelle, wunderschöne Fellzeichnung haben. Anschließend darf Marie noch die Pferde besuchen und ist natürlich happy…DSC05821Nachmittags wandern wir noch auf Büffel- und Rhino-Pirsch direkt am Zaun zum Nationalpark entlang, bekommen aber leider keinen der beiden Big Five zu sehen. DSC05839 DSC05841

Nach zwei Nächten auf der Farm starten wir am Karfreitag frühmorgens zum Park, um ihn in einem Tagestrip zu durchqueren. Leider sind aufgrund des starken Regens die meisten Loops gesperrt, so dass wir uns nur auf der Hauptpiste bewegen können (aber lieber so, als wieder für fünf Tage irgendwo im Schlamm zu stecken…). Wir frühstücken an einem Wasserloch und bekommen die üblichen Verdächtigen zu sehen: Zebras, Gnus, Springböcke und Oryxantilopen – alle schön, aber wir wollen doch endlich mal ein Nashorn sehen! Und plötzlich spaziert es direkt vor uns über die Straße, lässt sich von Grüdi aber schnell ins Gebüsch jagen und umrundet uns einmal mit etwas Abstand.

DSC05863 DSC05864Es gibt sie also wirklich hier – sowohl in der Spitzmaul- als auch in der Breitmaulausführung!

Mittags halten wir an einem „Bird Hide“ und stellen fest, dass man hier offensichtlich übernachten kann. Als wir später an der Rezeption nachfragen, ist diese Option tatsächlich noch zu haben, und entgegen unseren Plänen (eigentlich wollten wir Ostern schon in Lesotho verbringen) bleiben wir noch eine dritte Nacht in der Region. Auf Umwegen rollen wir zurück zum „Bird Hide“ und richten uns häuslich ein. In dem Unterstand, der direkt an einem großen Damm liegt, gibt es vier Betten, die man von der Wand klappen kann, und einen extra gesicherten Bereich mit Feuerstelle, dazu noch eine Toilette und sogar eine Dusche sowie Solarlampen.

IMG_9384IMG_9382 Wir entfachen das Feuer, setzen Stockbrotteig an und beobachten im Sonnenuntergang die Tiere, die zum Trinken kommen. Neben Grünmeerkatzen, Helmperlhühnern und anderen Wasservögeln sehen wir sogar…

DSC05914…kleine Kudus…DSC05883…und große Kuduweibchen!DSC05929Als es dunkel wird, bauen die Kinder die Schlafstätten auf und machen sich „winterfest“ – es wird nachts nämlich empfindlich kalt!

IMG_9405IMG_9406Danach beobachten wir noch lange den dunklen See, bewundern die Sterne, die sich im Wasser spiegeln und stellen fest, dass es tatsächlich immer kälter wird… Leider kommen keine Nashörner oder Büffel zum Trinken vorbei, lediglich die Enten und Gänse machen etwas Radau.

IMG_9396Irgendwann geht der Mond auf und beleuchtet so die Szenerie zusätzlich – einfach nur toll!!! IMG_9413Dank der Kälte – wir haben nur noch 4°C – fühlen wir uns wie Frostbeulen und sind fast alle vor sechs Uhr auf, um vielleicht doch noch Tiere zu sehen. Ein heißer Kakao kann uns etwas erwärmen, aber so richtig tauen wir erst auf, als wir wieder im Grüdi sitzen und die Fahrt zum Gate genießen… DSC05944 DSC05901

Wildcard-Einsatz im Norden Südafrikas

Für Südafrika kaufen wir uns die Wildcard, die für die ganze Familie an 365 Tagen Eintritt in 80 Nationalparks und -reservate verspricht. Die Karte kostet knapp 300,- € – so viel hätten wir in Kenia für nur einen Tag im Park bezahlt! Die Investition lohnt sich also auf jeden Fall, und wir beginnen direkt im Nordwesten mit dem Einsatz.

Von Upington, wo wir unser erstes Nachtlager aufgeschlagen haben, fahren wir zu den Ausgrabies Falls, an denen sich der Oranje-River in Kaskaden in die Tiefe stürzt. Leider hat es in den letzten Monaten im Einzugsgebiet nur wenig Regen gegeben, so dass der Wasserfall eher einem Rinnsal gleicht. Aber die Aussicht auf die großen, vom Wasser rundgeschliffenen Felsen ist trotzdem schon beeindruckend.

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BIMG_9280esonders interessant sind auf die Felsen, die teilweise halb in der Luft zu schweben scheinen.

Wir bleiben für zwei Nächte auf dem staatlichen Camp und haben das zweifelhalfte Vergnügen, die Grillkünste unserer burisch-südafrikanischen Nachbarn zu genießen – das Ganze ähnelt eher einem Rauchopfer, und das vom Frühstück bis zum Schlafengehen…

IMG_9311Wie schon so häufig wimmelt es im Camp von Grünmeerkatzen, einer Affenart die wirklich wild auf Lebensmittel aller Art ist. Sie scheinen sich mit den Klippschiefern, die hier auch in Massen unterwegs sind, verbündet zu haben: diese lenken unsere Kinder, die eigentlich den gedeckten Tisch bewachen sollen, mit ihrer putzigen Art ab, damit Affen dann das Brot klauen können – perfekte Symbiose!!!

DSC05538 DSC05539Obwohl sich der Sommer hier auf der Südhalbkugel langsam verabschiedet, ist es tagsüber sehr warm. so dass sich unsere Aktivitäten auf Poolbesuche und im Schatten sitzen beschränken – für eine der Wanderungen, die hier angeboten werden, ist es einfach zu heiß. Gegen Abend geht es nochmal zu den Fällen, die alle durch ein sehr gut ausgebautes Wegesystem aus Holzstegen miteinander verbunden sind. Im Licht der schwindenden Sonne wirkt die Landschaft nochmal ganz anders.

DSC05604IMG_9301 Auf den Felsen rund um die Fälle wimmelt es von Geckos aller Art, die in interessanten Farben leuchten.

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Ebenso entdecken wir überall Klippschiefer, die sich allerdings nicht so gerne ablichten lassen und weglaufen – nur dieser hier war wohl nicht schnell genug, er ist ja auch ganz schön moppelig…

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Weiter geht es in den nächsten Nationalpark – wir starten unseren zweiten Versuch, in den Kgalagadi Transfrontier NP zu kommen. Zur Erinnerung: dort wollten wir schon Anfang Februar von Botswana aus hin, blieben damals aber in der Zentralkalahari stecken… Kgalagadi ist das Buschmann-Wort für Kalahari und bezeichnet einen länderübergreifenden Park zwischen Botswana, Südafrika und dem Grenzbereich zu Namibia. Leider haben wir keinen Campingplatz vorgebucht und nicht gewusst, dass in Südafrika zwei Wochen Osterferien sind. So können wir nur für eine Nacht ein Camp im Park ergattern, was unseren Aktionsradius natürlich ziemlich einschränkt und uns nur zwei relativ kleine Runden auf den Hauptpisten entlang des trockenen Nossob-Tals drehen lässt.

IMG_9325Da es in diesem Jahr – wie wir ja am eigenen Leib erfahren durften  – viel Regen in der Kalahari gegeben hat, ist auch hier die Landschaft recht grün, die berühmten roten Sanddünen sind in weiten Teilen von Gras überzogen. So halten sich auch die schwarzmähnigen Kalaharilöwen gut versteckt, wir können leider nur drei Weibchen und ein Männchen in ziemlicher Distanz entdecken.

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Reichlich zu sehen bekommen wir die üblichen Kalahari-Bewohner wie Springböcke, Oryx-Antilopen, Gnus und Kuhantilopen, die sich in Hundertschaften um die Wasserlöcher scharen.

DSCI0657 DSCI0674 DSCI0667 DSCI0653DSC05695Auch ein kleiner Schabracken-Schakal erscheint zum Trinken, der allerdings für die Huftiere überhaupt keine Gefahr darzustellen scheint.

DSC05734Überall in den Bäumen hängen riesige Webervogelnester, die auch gerne mal mitsamt Baum zusammenbrechen, wenn das Gewicht zu groß wird.

IMG_9321Aber nicht nur Hunderte von Webervögeln wohnen hier, es gibt auch größere Untermieter:

DSC05760Aus dem gefiederten Tierreich bekommen wir noch weitere Vertreter zu Gesicht: den Sekretärvogel, der wirklich sehr gestelzt und wie in einem Frack daherkommt,

DSC05752einen Raubvogel – vielleicht ein Kampfadler (unsere ornithologischen Kenntnisse sind leider schlecht…)

DSC05716 und eine Straußenfamilie mit fünf Jungtieren, denen Grüdi aber leider zu laut ist – eigentlich alles Tiere, die wir in den letzten Monaten schon häufiger zu sehen bekommen haben.

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Ein lang ersehntes neues Tier bekommen wir aber doch noch zu Gesicht: das Erdmännchen – nicht zu verwechseln mit den Erdhörnchen, die hier in Massen leben. DSC05674Unterscheidungsmerkmal ist der Schwanz: beim Erdmännchen dünn, beim Erdhörnchen buschig ist und gerne als Sonnenschutz genutzt wird (bei diesem Exemplar leider zu kurz geraten…).

DSC05729Bei der Ausfahrt aus dem Park überfahren wir erst noch eine Puffotter, die sich wie durch ein Wunder zwischen Vorder- und Hinterreifen hindurch retten kann, sehen dann noch eine Kap-Kobra und zu guter Letzt noch eine Schildkröte.

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Die beiden erstgenannten waren leider zu schnell für ein Foto…

Der Countdown läuft…

… und wir haben das letzte große Land unserer Reise erreicht! Am Sonntag sind wir in Südafrika eingereist, hier werden wir die nächsten knapp drei Monate reisen und vielleicht noch zwei Abstecher nach Lesotho und Swasiland machen.

Das Reisetagebuch Namibia ist fertig – viel Vergnügen beim Lesen!

Lüderitz und Kolmanskuppe

Kurz vor Aus erreichen wir endlich wieder Asphalt, was vor allem Jochen erleichtert, da Grüdis Staukisten fast abzufallen drohen. Quer durch die Namib geht es von 1000 müNN gut 100 km nach Westen an den Atlantik, wo mit dem Städtchen Lüderitz wiederum – wie schon in Swakopmund – ein sehr deutsch geprägter Ort auf uns wartet. Wir quartieren uns auf dem städtischen Campingplatz auf der „Shark Island“ ein – Haie suchen die Kinder im Wasser aber vergeblich. Dafür bläst uns ein heftiger Wind um die Ohren, der jegliche Mahlzeitenaufnahme im Freien unmöglich macht und Grüdi ganz schön durchschüttelt. DSCI0564 DSCI0561Die Insel ist dank einer kleinen Felsaufschüttung keine Insel mehr, aber trotzdem sind wir zu drei Seiten von Meer und Hafen umgeben. Die Kinder haben einen Riesenspaß auf und zwischen den Felsen, sie suchen sich Wohnkuhlen und klettern an fragwürdigen Seilen auf und ab.

DSCI0592Abends legt sich der Wind etwas, so dass wir zumindest den Sonnenuntergang genießen können.

DSC05525Das Städtchen bietet viele deutsche Kolonialbauten, teilweise sehr gut erhalten. Wir machen einen langen Rundgang und suchen dabei vergeblich einen Händler, der uns Winkeleisen zwecks Grüdireparatur verkaufen kann.

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DSCI0575Vorbei an alten Wohnhäusern geht es hoch zur Evangelischen Felsenkirche, von der man einen tollen Blick auf die Lüderitzbucht hat.

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Direkt unterhalb der Felsenkirche liegt das Goerke-Haus, in dem der Geschäftsführer der Diamantenwerke um 1910 nur für zwei Jahre wohnte. Heute ist es renoviert und dient u.a. als Gästehaus der staatlichen DIamantengesellschaft.

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Gut erhalten ist auch die Turnhalle des Deutschen Männerturnvereins – so eine ähnliche Halle steht ja zu Hause auch noch und wird gerade umstritten diskutiert… 🙂

DSCI0589Die Waterfront des neuen Fischerei- und Industriehafens wird vom Woermann-Haus überblickt – dieser Hamburger Handelsname ist uns auch schon in Swakopmund begegnet.

Gut zehn Kilometer landeinwärts befindet sich die Geisterstadt Kolmanskuppe. Sie liegt direkt an der Einsenbahnlinie die um 1910 in zehnmonatiger Bauzeit entstand (interessanterweise benötigt die staatliche Bahngesellschaft für den Wiederausbau der Strecke im 21. Jahrhundert über zehn Jahre… vielleicht wird es 2018 was…). Während des Eisenbahnbaus fanden Arbeiter hier glitzernde Steinchen im Sand, die sich als lupenreine Rohdiamanten erwiesen.

IMG_9134Heute kann man die Stadt, deren letzte Bewohner 1956 wegzogen, in den Vormittagsstunden besichtigen und bekommt dann auch eine Führung mit vielen interessanten Informationen. Die meisten Gebäude sind verfallen und der Wüste ausgesetzt, einige wurden aber auch wieder hergestellt, so dass man sich gut in die Lebensumstände Anfang des 20. Jahrhunderst hineinversetzen kann. Mit deutscher Gründlichkeit wurde damals die Versorgung der 300 deutschen Angestellten gesichert – ob die 800 schwarzen Arbeiter auch ähnlich gut gestellt waren, ist eher fraglich. So erhielt jeder Haushalt morgens eine Kiste Wasser, eine Kiste Limonade und einen halben Meter Eis für den Kühlschrank – frei Haus geliefert mit der pferdebetriebenen „Straßenbahn“!

IMG_9166In der ehemaligen Einkaufsstraße der Siedlung befanden sich neben Schlachterei, Bäckerei und Gemischwarenladen auch das Wohnhaus der Ladenbesitzerin, das heute fast original wieder eingerichtet ist.

IMG_9157 IMG_9159Die Rückseiten der Gebäude hat sich die Wüste allerdings schon zurückerobert – in diesem Hof wird es eng für Tier und Mensch…

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Für die Bewohner der Stadt wurde in deutscherIMG_9189 Gründlichkeit natürlich ein Krankenhaus eingerichtet, das über 250 Betten verfügte und den ersten Röntgenapparat des südlichen Afrikas besaß! Hier versahen zwei Ärzte ihren Dienst, die der festen Überzeugung waren, dass es der Genesung der Patienten zuträglich wäre, wenn sie (die Patienten, nicht die Ärzte…) täglich ein Glas Wein konsumierten. Aus diesem Grund hatte das Krankenhaus sogar einen eigenen Weinkeller!

Aber auch hier hat der Sand Einzug gehalten – der lange Flur ist noch begehbar, aber in den Krankensälen wird es eng für die Betten:

IMG_9193Oberhalb der Ladenzeile verläuft die Kaiser-Wilhelm-Allee, an der die Führungkräfte und Akademiker von Kolmanskuppe residierten – auch die Straßenführung hat allerdings der Sand verschluckt…

IMG_9212IMG_9218Neben dem Lehrer, der sich noch mit einem einstöckigen Gebäude begnügen musste, wohnten hier der Architekt, der Buchhalter, der Ingenieur, der Quartiermeister und natürlich – im ersten Haus am Platz – der Minenverwalter

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Aber auch vor der besten Adresse macht der Sand nicht halt :

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– nur die aus Italien importierte Marmorbadewanne ist dank ihrer Lage im ersten OG noch weitgehend sandfrei…

Wüste, Wellblech und roter Sand

Nach unserem sehr erholsamen House-Sitting in Windhuk starten wir in Richtung Süden. Unser Ziel ist die Wüste rund um Sesriem, dort warten  mit  Soussus- und Deadvlei sowie den roten Dünen touristische Highlights Namibias auf uns.

Aber erst einmal geht es auf den Spreetshoogte-Pass, wo wir eine ruhige Nacht mit herrlicher Aussicht genießen. Der Sonnenuntergang wird mit Gewittern in der Ferne verfeinert, der Regen erreicht uns allerdings ausnahmsweise mal nicht.IMG_8807Da die Ebene zu unseren Füßen nach dem Regen der letzten Tage mit Silbergras bewachsen ist, wirkt das Ganze im Wind wie ein wogendes Meer – fantastisch! DSC05355

Vom Pass, den wir im ersten Gang herunterschleichen (nicht umsonst ist die Straße für LKW gesperrt – aber wir sind ja ein Wohnmobil 🙂 ), gelangen wir ins Camp Gecko, dessen Pächterin Heidi wir schon bei Beate und Robert kennen gelernt haben und die uns die „Eagle-Campsite“ reserviert hat. Der Platz macht seinem Namen alle Ehre, wir fühlen uns wie in einem Adlernest hoch oben auf den Felsen über der Ebene, auf die wir hinunterblicken.

DSC05367IMG_8863Hier ist das Badezimmer „Open Air“ – mit Weitblick vom stillen Örtchen:

IMG_8830 IMG_8834DSC05368Und vor dem Duschen wird – wie hier üblich – der „Donkey“ angeheizt, damit das Wasser angenehm warm ist, wenn einem schon der kalte Wind um die Ohren und sonstigen Körperteile bläst…

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Am nächsten Tag machen wir den „Adventure-Trail“, einen extra für Familien konzipierten Rundwanderweg, auf dem eine Vielzahl an Aufgaben zu lösen ist. Hier braucht man Köpfchen und Motorik – letzteres ist bei einigen von uns in den Disziplinen Lassowurf und vor allem beim afrikanischen Wassertransport nicht so ausgeprägt vorhanden…

DSC05427DSC05451Nach einem abendlichen Farmdrive mit IMG_8885Heidi und ihrem selbstgebastelten Zebra-Landrover läuft uns ein dicker Skorpion über den Weg, und zu guter Letzt tritt Jochen im Dunklen noch auf eine Sandviper – zum Glück ist sie genauso erschrocken wie er und beißt nicht zu, sondern sucht ihr Heil in der Flucht. Umso vorsichtiger ist Jochen dann aber beim nächtlichen Milchstraßen-Shooting – leider kann kein Foto die tollen Sternenbilder hier in der einsamen, elektrizitätsfreien Halbwüste wiedergeben.

Am kommenden Morgen geht es weiter in Richtung Solitaire, wo es den angeblich weltbesten Apfelkuchen gibt – Jochen fand ihn lecker, wir anderen haben den Rest des Sortiments getestet…

Wie der Name schon sagt, ist es hier so einsam, dass sogar die ausgedienten Autos vor Langeweile vor sich hin rosten:

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Über zum Großteil extrem schlechte Wellblechpisten kriechen wir weiter nach Sesriem. Der Ort ist dank seines in der Trockenheit der Wüste versickernden Flusses Tsauchab, der einige Vleis gebildet hat, ein Touristenhighlight, was wir anhand der Vielzahl der Besucher nur bestätigen können. Gleich mehrfach werden wir von Menschen aus Westfalen, die hier Urlaub machen, angesprochen. Wir lösen die Eintrittskarte für das Areal und düsen die 60km über geteerte (!) Straße zum Parkplatz vor dem Soussusvlei. Unser Plan: heute den Sonnenuntergang im Soussusvlei genießen, morgen früh den Sonnenaufgang von Düne 45 anschauen. Leider scheitert diese Idee daran, dass die Shuttlefahrer, die uns die letzten vier Kilometer zum Vlei fahren sollen (Trucks und alle nicht 4×4-Fahrzeuge dürfen nicht weiter), einfach mal um 15:00 Uhr Feierabend gemacht haben – eigentlich haben sie erst  um 17:00 Uhr Schluss. T.i.A – This is Africa… Auch ihren Rangerkollegen, der noch einem steckengebliebenen Pärchen geholfen hatte, haben sie so mal eben in der Wüste sitzen gelassen – er klinkt sich bei uns ein, trinkt mit Kaffee und kann dann mit uns zurück zum Camp fahren. Wir drehen unsere Planungen einfach um und fahren zum Sonnenuntergang zur Düne 45. Hier lassen wir die Bilder für sich sprechen…

IMG_8912 IMG_8921 IMG_8935 IMG_8941 IMG_8958 IMG_8961Im Stockdunkeln suchen wir uns anschließend eine Campsite, waschen die gefühlt 10m³ Sand ab, die beim Dünenklettern und -rutschen überall hängen geblieben sind, und fallen todmüde ins Bett. Um fünf Uhr in der Früh ist die Nacht nämlich schon wieder zu Ende, das innere Tor des Parks öffnet um sechs, und wer zum Sonnenaufgang im Vlei sein möchte, muss dann am Start sein! Aber es lohnt sich, wir sind unter den ersten Fahrzeugen. Auch die Shuttlefahrer sind schon da (!) , so dass wir mit nur wenigen anderen Touristen den Sonnenaufgang im Deadvlei erleben dürfen.

IMG_8999 IMG_8979 IMG_9012 IMG_9016IMG_9047 IMG_9029Als wir dann genug gesehen und fotografiert sowie die mitgebrachten Brote verspeist haben, kommen uns auf dem Rückweg in Hundertschaften die Touristen entgegen, die außerhalt des Camps übernachtet haben und erst um sieben Uhr durch das äußere Gate einfahren durften –

IMG_9048– das frühe Aufstehen hat sich gelohnt! Weiter geht es zum Soussusvlei, in dem der Tsauchab in guten Regenjahren sein Ende findet – erstaunlicherweise hat es in diesem Jahr nicht genug Regen gegeben, obwohl wir doch hier sind!!!

IMG_9056Wir erklimmen „Big Mama“, die höchste Düne am Vlei (ganz schön anstrengend…) und genießen die fantastische Sicht von oben.

IMG_9057IMG_9067Runter geht es anschließend ganz fix, unten angekommen können wir aber jeder reichlich Sand aus den Schuhen kippen und das eine oder andere entlaufene Kind suchen:

IMG_9073Bevor wir Sesriem verlassen, statten wir noch dem Canyon einen Besuch ab – in der MIttagshitze allerdings ein zweifelhaftes Vergnügen..

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Danach rollen wir weiter gen Süden, immer an der Wüste entlang, rechts Sand, links Berge. Ab und an kreuzen Oryxe und Zebras unseren Weg, der nach wie vor mit Wellblech übersät ist. Es ist grauenhaft, wir können nicht schneller als 25 km/h fahren – und selbst bei diesem Tempo fällt Grüdi stellenweise auseinander!

IMG_9118 IMG_9121 IMG_9127Einen Vorteil hat unsere Reisegeschwindigkeit aber sicherlich: wir alle können die fantastische Landschaft in vollen Zügen genießen!

In und um Windhuk

Nachdem wir eher als geplant nach Windhuk gekommen sind, um einen neuen Ersatzreifen zu beschaffen, führt auch unser Rückweg vom Meer wieder durch Namibias Hauptstadt – nicht, weil es hier so besonders aufregend ist, sondern weil wir hier bei Beate, Robert und Chiara wirklich toll aufgenommen werden! Die Kinder genießen das große Haus mit Pool, spielen viel mit den Tieren und erfreuen sich an der riesigen Playmobilauswahl.

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Besonders Olga, die IMG_20170301_232813976Dackelhündin, hat es Ruben und Marie angetan – sie teilen sogar gerne das Nachtlager mit ihr! Aber auch ein Bad im Pool mit Labrador Spencer ist natürlich nicht zu verachten.

Jochen hat derweil ein wenig Spaß mit Robert beim „Große-Männer-Spiel“: erst geht es als Zuschauer zum Enduro-Rennen, danach darf auch selbst mal gefahren werden!

DSCI0403DSCI0397 IMG_20170312_170759538Alle gemeinsam fahren wir am Sonntag zur Jagd- und Rinderfarm Hochfels, bei der unsere Gastgeber ihre Pferde stehen haben und dieDSCI0411 vor allem Marie, unsere Pferdeliebhaberin, gerne besuchen möchte. Hier dürfen wir zuallererst an einer kleinen Rundfahrt über das 3000ha große Farmgelände teilnehmen, die die deutsche Dreigenerationenfamilie gerade im Pinzgauer startet. Wir sehen unter anderem zwei Giraffen, die gerade Nachwuchs bekommen haben, dazu einige Spitzböcke und Oryxantilopen. Der Leopard, der seit Wochen die Kälber reißt und den Farmer von einigen Wochen angefallen und schwer verletzt hat, ist zum DSCI0414Glück nicht in der Nähe…  Dafür fahren wir aber unter unzähligen Spinnennetzen her (oder auch mitten durch…) – angeblich sind ihre Bewohner aber völlig harmlos und ungiftig…

DSCI0410Der Höhepunkt ist für Marie aber dann der Aufenthalt im Western-Reitstall, wo sie natürlich auch eine Runde drehen darf  – sie bedauert sehr, noch nicht wirklich alleine reiten zu können!

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Die anderen drei vergnügen sich da viel lieber mit dem Quad, das eigentlich zum Pferdeeinfangen auf dem großen Gelände genutzt wird, und düsen über Stock und Stein. Selbstverständlich lassen sich auch Marie und ebenso Jochen und Judith den Spaß nicht entgehen – man muss nur aufpassen, dass man den zwei großen Vogelstraußen nicht zu nahe kommt!

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Da unsere Gastgeber über Wochenende und Nationalfeiertag einen Kurzurlaub geplant haben, DSC05061bieten wir uns an, für die Zeit Haus und Tiere zu hüten. Zwischendurch geht es noch für zwei Tage nach Düsternbrook, der ersten Gästefarm Namibias. Wie unser Regenschicksal es will, wären wir hier auch fast an einem vollgelaufenen Rivier bzw. seiner tiefvermatschten Ausfahrt gescheitert – glücklicherweise gab es eine Umleitung, die nicht zu eng für Grüdi war! DSC05076

Die Farm liegt malerisch am Fuß des Khomas-Hochlandes gut 40 km nördlich von Windhuk und hat neben dem üblichen Wild auch Leoparden und Geparden, die in großen Gehegen halbwild leben. Außerdem leben sechs Flusspferde im Andreas-Damm, der dank des Regens der letzten Wochen wieder ausreichend Wasser führt. Wir bekommen einen Stellplatz direkt am Flussufer, in dem die Kinder erst einmal ein Bad nehmen, und können die herrliche Ruhe genießen. Erst am zweiten Tag taucht eine große Pavianherde mit über 25 Tieren auf, die sich aber respektvoll am anderen Flussufer aufhält, ordentlich herumschreit und ein Heidentheater veranstaltet.

DSC05086Mit Sonnenaufgang um sieben Uhr morgens brechen wir auf, um zum gut drei Kilometer entfernten Staudamm zu wandern. Noch ist es angenehm frisch und wir finden den Weg durch das hohe Gras und zwischen spitzen Weißdornbüschen hindurch recht problemlos. Am Stausee angekommen, hören wir die Hippos schon grunzen und schnaufen – wir müssen uns aber erst einmal auf den Weg konzentrieren, der hier nur schlecht DSC05128erkennbar ist und über Stock und Stein führt. Auf den See führt eine mehr oder weniger stabil aussehende Steganlage hinaus, auf der wir uns niederlassen, das Frühstück auspacken und auf die Tiere warten, die prompt alle in unsere Richtung kommen.

DSC05109 DSC05124Inzwischen scheint es für die Dickhäuter aber schon etwas zu warm zu sein, so dass außer etwas Gepruste und Unterwassergerempel nicht mehr viel passiert. Auch für uns wird es langsam warm, und bei über 30°C wird der zweite Teil des Rundwanderweges etwas anstrengender. Zurück am Camp beobachten wir die Paviane, relaxen und erproben etwas die Käfighaltung von Kindern (Ruben und Marie fanden es wirklich sehr bequem in den Gitterboxen und haben sich stundenlang darin aufgehalten!). Erst zum Feuertopfessen am Lagerfeuer mit romantischem Sonnenuntergang kommen sie wieder hervor.

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Spitzkoppe – der zweite Versuch

Nachdem unser geplanter Abstecher zum Erongomassiv und zur Spitzkoppe im ersten Anlauf an einer zu tiefen Flussquerung IMG_8713scheiterte, versuchen wir es auf dem Rückweg von der Küste ein zweites Mal – und diesmal haben wir Glück: zwar sind noch tiefe Auspülungen von den Regenfällen der letzten Woche zu erkennen, wir kommen aber problemlos durch. So erreichen wir die Spitzkoppe, die sich 800m über die Umgebung erhebt, von Westen kommend und genießen den herrlichen Anblick.

IMG_8714Am angeblich geschlossenen Westtor können wir doch auf das eingezäunte Areal fahren und befinden uns plötzlich inmitten von teils schroffen, teils abgerundeten Granitfelsen, die in der Abendsonne rot leuchten und zum Klettern einladen. Wir lassen es uns nicht nehmen und klettern ein wenig auf den Felsblöcken herum.

IMG_8719IMG_8726IMG_8730IMG_8724An vielen Felsen lassen sich Buschmannzeichnungen finden, die aber leider nur noch mit einem Guide besichtigt werden dürfen, da zu viele Besucher die uralten Bilder beschädigt haben. Die Ausblicke sind fantastisch und der trockene Granit sehr gut zu besteigen.

Wir treffen einen Ranger und erhalten die Auskunft, dass wir uns einfach einen der Zeltplätze aussuchen sollen und dann am nächsten Tag beim Rausfahren an der Rezeption bezahlen können. So finden wir einen tollen Platz unterhalb der Rock Pools, in denen man nach ausreichenden Niederschlägen (und die hatten wir ja wohl…) baden kann. Natürlich lassen sich die Kinder diesen Spaß nicht entgehen – sie haben allerdings das zweifelhafte Vergnügen, sich den „Pool“ mit zigtausend Kaulquappen teilen zu müssen…

DSC04978Jedes Camp ist mit einer Feuerstelle und einem Plumpsklo ausgestattet, weitere Infrastruktur gibt es nicht. Die Gegend ist eigentlich extrem trocken, jeder Tropfen Wasser muss mit LKW herbeigefahren werden!

IMG_8741 Wir entfachen das Lagerfeuer und bereiten in der Glut Käse-Schinken-Toast zu – herrlich! Die Kinder klettern auf den Felsen herum, wir genießen die herrliche Aussicht und unterhalten uns mit zwei jungen Holländern, die auf der Suche nach ihrem Picknicktisch sind, den sind irgendwo im Gelände auf einer Campsite abgestellt haben 🙂 …

IMG_8728Abends sitzen wir noch lange mit zwei jungen Frauen aus Herzogenaurach am Lagerfeuer und hören, dass in der vergangenen Nacht eins der Zebras vom Leoparden geschlagen wurde. Wir hoffen alle, dass er noch satt ist… Gerade noch rechtzeitig kriechen wir in unsere Betten, bevor ein kurzes, aber heftiges Schauer niedergeht – klar, wir haben ja ein Regen-Abo!

IMG_8752Frühmorgens um halb sechs ist der Himmel aber wieder klar, so dass Jochen noch etwas mit der Kamera spielen kann. Anschließend kraxeln wir noch auf einige Felsen, haben dabei aber immer den Leoparden im Hinterkopf. Angeblich meiden die Tiere Menschen ja großräumig – einen Feldversuch dazu wollen wir aber lieber nicht starten. So fahren wir noch etwas über das recht überschaubare Gelände und erfreuen uns am stahlblauen Himmel und den tollen Felsformationen.

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Die Wüste lebt

Von mehreren Seiten wurde uns empfohlen, ab Swakopmund auf die Jagd nach den „Little Five“ zu gehen. So buchen wir Tommys Living Desert Tour, die allerdings nicht ganz billig ist. Dafür werden wir aber um kurz vor acht an der Campsite abgeholt und nicht nur bis halb zwei unterhalten, sondern haben auch noch Snacks und Getränke inklusive. In gut fünf Stunden wollen wir nun – in Anlehnung an die Big Five – die „Little Five“ der Wüste, die besonders an diese unwirtlichen Lebensbedingungen angepasst sind, entdecken.

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Bei diesigem Wetter und rechtIMG_8271 frischen Temperaturen geht es los. Wir haben einen großen Landrover für uns alleine und werden von einem weiteren Fahrzeug mit fünf anderen Touristen begleitet. Unser Guide spricht hervorragend Deutsch, so dass alle Kinder den Erklärungen gut folgen können. Wir queren das Flussbett des Swakop, senken den Luftdruck der Reifen ab und bekommen zuerst eine kurze, mit Sandskizzen verdeutlichte Erklärung zur Entstehung der Namib, die sich über 2000km Länge von Angola im Norden bis nach Südafrika im Süden Namibias erstreckt und dabei eine maximale Breite von 150 km aufweist.

IMG_8280Dann geht die Fahrt endlich los – nur um nach wenigen Metern schon wieder zu stoppen. Chantal, der Guide des anderen Landrovers, hat offensichtlich etwas entdeckt. Sie springt aus dem Auto, gräbt tief in den Sand hinein und findet – nichts… Da war der unbekannte Wüstenbewohner wohl etwas schneller! Also heißt es wieder einsteigen und weiterfahren. Leider hat sich auch die Sonne noch nicht zu einem Besuch durchringen können, so dass wir in unseren kurzen Hosen ganz schön frieren!

Nur wenige Kurven weiter wird schon wieder angehalten. Alle springen wieder aus den Autos – eine Prozedur, die wir heute noch einige Male wiederholen werden. Was uns wohl diesmal erwartet? Wir versammeln uns um einen kleinen Hügel, der mit losem Buschwerk bewachsen ist und gucken alle angestrengt in den Sand. Außer Sand sehen wir aber mal wieder nichts! Erst als der Guide mit dem langen HakenIMG_8288 vorsichtig nachhilft, entdecken wir die erste der Littel Five: Eine Sidewinder-Schlange – genau genommen die Namibviper oder auch Zwerpuffotter – die sich mit Seitwärtsbewegungen über den Sand bewegt und so nur mit maximal 50% ihrer Unterseite den heißen Boden berührt. Die Namibotter ist giftig, ihr Gift besteht aus einer Kombination von IMG_8298Nerven- und Gewebegift – wir haben Respekt und halten großzügigen Abstand. Dieses Tier trinkt nie und überlebt nur durch die Körperflüssigkeiten seiner Opfer. Nachdem die Schlange wieder auf dem Sand sitzt, können wir zuschauen wie sie sich blitzschnell wieder im Sand vergräbt und eigentlich nicht mehr zu sehen ist (außer den Augen, die oben auf dem Kopf sitzen)

IMG_8296 – na, gefunden???

Weiter geht es, wieder springen alle in die Autos  – und nach 20 Metern wieder heraus. Zu sehen IMG_8310gibt es ein Loch im Sand. Naja, nicht so spannend – aber die Geschichte dazu macht neugierig: hier wohnt die Dancing White Lady (Nr. 2 der Little Five), die einen 30cm tiefen Seidentunnel in den Sand baut, dort unten sitzt und „Anker“ an die Sandoberfläche auswirft, um Nahrung zu fangen. Wenn man genau hinschaut, kann man rund um das Tunnelloch kleine klebrige Punkte erkennen. Die Spinne selbst wird – anders als in der Vergangenheit – nicht mehr zur Demonstration ausgegraben, da neueste Forschungen ergeben haben, dass sie dann nicht mehr vor der Schwarzen Wespe sicher ist und gerne gefressen wird. So begüngen wir uns mit dem Loch und dürften einen kleinen Teil des Tunnels anfassen, der sich tatsächlich sehr glatt und seidig anfühlt.

Aus dem Auto heraus können wir anschließend Wüstenameisen beobachten – sie gehören zwar nicht zu den Little Five, bieten uns aber mit den mitgebrachten Mehlwürmern ein spannendes Rodeo. Der nächste Stopp findet am Kamm einer Dünen statt – hier ist erst einmal Action angesagt!!!

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IMG_8317Danach gräbt Chantal Nr. 3 der Little Five aus: den Palmatogecko, der eine sehr dünne, durchsichtige Haut hat und extrem stark auf UV-Licht reagiert. Bekommt er zu viel Strahlung ab, verfärbt er sich dunkel – also schnell wieder ab mit ihm unter den Sand. Nicht zu unrecht ist er ein nachtaktives Tierchen – aber ein sehr hübsches! Mit seinen schwimmflossenartigen  Beinen kann er sich schnell und tief in den Sand eingraben.

IMG_8326Und auch Nr. 4 ist schon am Start: die Wüsteneidechse, die am steilen Dünenhang lebt und sich in affenartiger Geschwindigkeit auf dem Sand bewegt oder auch einbuddelt. Deswegen wird sie von den Guides gerne als Ferrari-Lizzard bezeichnet.

IMG_8353Jetzt fehlt nur noch der Fünfte im Bunde der Little Five, und auch der ist schnell gefunden: Das Wüstenchamäleon ist nämlich IMG_8436relativ ortsgebunden und hält sich vorwiegend in einem festen Revier auf – in diesem Fall in einem einzelnen niedrigen Strauch. Mit etwas Futter wird es auf den Sand gelockt und präsentiert sich in dunkelgrau. Gerne nimmt es die mitgebrachten Mehlwürmer an – wie der dicke Bauch zeigt, waren es nicht die ersten…

IMG_8407 IMG_8438Wir erfahren außerdem, dass das Chamäleon verschiedene Strategien hat, um nicht gefressen zu werden: Zum einen geht es auf dem Sand mit ruckartigen Einzelbewegungen voran, so dass ein Greifvögel es aus der Luft für einen Ast hält, der sich im Wind bewegt. Außerdem kann es die der Sonne zugewandte Seite des Körpers schwarz färben, damit es in Kombination mit dem Schattenwurf auf der anderen Seite wie ein flacher Stein  wirkt – schon sehr interessant,

IMG_8440Nun haben wir die eigentlichen Little Five der Namib schon gesehen, aber es leben natürlich noch mehr kleine Tiere hier. Wir haben Glück und finden außerdem noch einen Fitzsimons Skink, eine beinlose Echse, die wie eine Schlange aussieht und durch einen ganz glatten gewachsten Körper im Prinzip durch den Sand schwimmen kann. Die Echse ist blind und orientiert sich nur an den Vibrationen ihrer Opfer im Sand. Wir dürfen sie alle anfassen und sind erstaunt, wie herrlich glatt sie sich anfühlt.

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Auch der Nebeltrinkerkäfer, auch KopfstandIMG_8468käfer genannt, läuft – oder besser krabbelt – uns über den Weg. Er nimmt 40% seines Körpergewichts an Wasser auf – aber woher in der Wüste? Ganz einfach: er macht morgens, wenn der Küstennebel in der Namib hängt oder auch einfach die Luftfeuchtigkeit kondensiert, Kopfstand und lässt so das Wasser an seinem Körper entlang in seinen Mund laufen.

Und weil heute unser Glückstag ist, werden wir auch noch Zeugen einer spannenden Jagd: plötzlich stoppen die Geländewagen, unsere Guides springen heraus und rennen wie angestochen durch die Wüste. Wir sind etwas verunsichert und bleiben erst einmal sitzen, bis die beiden zurückkehren und triumphierend eine lange, dünne Schlange hochhalten. Es handelt sich um eine Namib-Sandschlange, die bis zu 1,40m lang wird und sich von anderen Schlangen und kleinen Reptilien ernährt, für den Menschen aber ungefährlich ist. So dürfen alle einmal in den Genuss einer Schlange in der Hand (oder auch um den Hals) kommen:

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Zum krönenden Abschluss findet unser Guide noch einen toten Skorpion auf dem Weg, derIMG_8540 kurzerhand aufs Armaturenbrett gesetzt wird. Locker-flockig erzählt der Wüstenkundige uns, dass dies ein haariger Dickschwanzskorpion ist, der giftigste seiner Art in Namibia (Zitat: „He kills 3 of 4 – the black mamba kills 4 of 4!“). Diese Aussage verstehen alle Kinder auch ohne Übersetzung und rechnen schnell den Prozentsatz der Überlebenswahrscheinlichkeit aus – sieht bei beiden nicht gut aus… Besonders prickelnd wird die Situation aber, als der Guide den Skorpion auf seiner Handfläche der etwas erfahreneren Kollegin präsentiert, die nur locker bemerkt: „He´s not dead… He´s only very dry an can´t move!!“ Auch dieser Satz braucht für keinen übersetzt zu werden, schnell treten wir alle einen Schritt zurück und überlegen uns, ob das Tragen von Schuhen nicht doch empfehlenwert wäre. Chantal erläutert, dass vor allem kleine Kinder und ältere Menschen einen Stich dieses Tieres wahrscheinlich nicht überleben würden und allen anderen ein schneller Ausflug auf die Intensivstation garantieren wäre. Zudem sei er extrem schmerzhaft – so als wenn 80 Wespen auf einmal zustechen, und das für Tage… na vielen Dank, das brauchen wir nicht wirklich! Der Skorpion wird in den Schatten gesetzt und mit etwas Wasser beträufelt – und tatsächlich, nach einiger Zeit bewegt er sich und gräbt sich dann ein.

Nach diesen teilweise doch sehr unangenehmenIMG_8557 Wüstenbewohnern treffen wir nun noch auf eine Vogelmutter, die die täglichen Besuche der Tourguides inzwischen so gewohnt ist, dass sie sich aus der Hand füttern lässt- und das ganz ohne Gefahr!

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Nach so viel Biologie ist nun noch etwas Physik an der Reihe: unsere Guides stellen sich barfuß auf eine kleine, schwarzgelbe Düne und messen mit einem digitalen Thermometer die Sandtemperatur: von 59.9° an der Oberfläche (Aua!) sinkt diese ganz schnell auf um die 35° in 15cm TIefe – jetzt kann jeder nachvollziehen, warum sich die meisten Tiere tagsüber eingraben! Danach fährt Chantal mit einem starken Magneten über den Sand und extrahiert so das enthaltene Eisen, das sich als schwarzer Igel auf dem Arm bewegen lässt.IMG_8572Glücklicherweise lohnt sich der industrielle Abbau wirtschaftlich nicht, sonst würde die Namib hier sicher nicht mehr so unberührt aussehen!

Nach so viel spannendem Unterricht darf natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen: jetzt geht es mit den beiden Landrovern steile Dünen hinauf und hinab, es ist wie Achterbahnfahren, nur viel besser! Rubens Gesichtsausdruck spricht Bände,

IMG_8587aber viel besser lässt sich das doch in bewegten Bildern vermitteln:

Es war eine sehr gelungener und empfehlenswerter Ausflug, wir sind wirklich froh, das wir Tommys Living Desert Tour gemacht haben!

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Küstenimpressionen

Momentaufnahme 1 (09.03.2017 18-055Zwischen Atlantik und Namib-Wüste führt uns die Straße ins 30 km südlich von Swakopmund liegende Walvis Bay. Es ist schon sehr beeindruckend, rechts das tosende Meer zu sehen und zu wissen, dass sich links von uns ein bis zu 150 km breiter, extrem trockener Wüstengürtel mit hohen Dünen erstreckt.

Bei Walvis Bay treffen wir auf eine große Lagune, in der Salz gewonnen wird. Dieses ruhige Flachwasser ist ein ideales Gebiet für Vögel, die wir dort in großen Schwärmen finden. Vor allem Flamingos suchen ihre Nahrung und lassen sich durch uns auch nicht stören.

DSC04918 DSC04950 DSC04951Etwas im Landesinneren liegt direkt hinter Walvis Bay die Düne Sieben, die die höchste ihrer Art in der Umgebung ist. Im Vormittag erreichen wir den Parkplatz am Fuß des Hügels und beginnen bei strahlendem Sonnenschein mit dem Aufstieg. Schnell wird uns klar, warum die meisten Touristen schon wieder abgefahren sind: der Sand auf der bis zu 35° steilen Leeseite wird in der Sonne mächtig heiß und der Aufstieg ist sehr anstrengend: man hat das Gefühl, bei jedem Schritt um die Hälfte zurückzurutschen.

IMG_8016Endlich oben angekommen, sind wir ganz schön fertig – unsere Kondition hat während der Reise offensichtlich ziemlich gelitten!IMG_8020Von oben haben wir einen fantastischen Rundumblick über die Sandwüste,

IMG_8031den unsere Fünf (ja, wir sind für zwei Tage mit fünf Kindern unterwegs…) genießen.

IMG_8024Aber das Beste kommt natürlich zum Schluss: Dünenspringen…

IMG_8037… und der obligatorisch Run Down, den wir ja im Sudan schon üben durften:

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IMG_8250Die Düne wandert übrigens 1,5 Meter im Jahr – das wird bald eng für Grüdi!!

Fährt man von Swakopmund nachIMG_8622 Norden, erreicht man schon bald die sogenannte Skeleton Coast. Soweit das Auge reicht erstreckt sich ein sehr eintönige, extrem flache Wüstenlandschaft. Ab und an kann man zu Angelplätzen am Meer abbiegen. Wir finden einen sehr einsamen Strand, an dem vor einigen Jahren ein Schiffswrack, das eigentlich zur Verschrottung geschleppt werden sollte, angeschwemmt wurde und seitdem hier verrostet. Hier weht ein heftiger Wind, so dass – obwohl hier ja Sommer ist – niemand auf die Idee kommt, ein Bad nehmen zu wollen.

IMG_8628Wir essen gemütlich zu Abend und verbringen anschließend wenige Kilometer weiter eine herrlich ruhige Nacht, in der das Rauschen der Brandung das einzige Geräusch ist. IMG_8647Am nächsten Tag erleben wir in Ansätzen endlich den typischen Küstennebel, der diese Region Namibias häufig in den Morgenstunden heimsucht. Es ist richtig kühl und erinnert an herbstliche Tage daheim! Alle Geräusche werden vom Nebel verschluckt, die Straße ist nicht mehr zu erkennen, aber wir können beim Frühstück Delfine in der  Brandung des Atlantik spielen sehen!

IMG_8651Nördlich von Henties Bay erreichen wir schließlich Cape Cross, eine Landzunge, an dem 1486 ein Portugiese als erster Europäer seinen Fuß auf den Boden Südwestafrikas setzte.

IMG_8698Spannender als eine Replik des Kreuzes, das er errichtete, sind allerdings die geschätzt 60.000 Robben, die hier in einer riesigen Kolonie leben. Der Krach, den sie veranstalten, ist schon ordentlich, aber so richtig atemberaubend (im wahrsten Sinne des Wortes) ist ihr Gestank! Wir haben (laut Auskunft der Rangerin) noch Glück, dass die Sonne erst mit unserer Ankunft durch die Wolken bricht, denn bei Hitze entwickelt sich eine Dunstglocke, die kaum auszuhalten ist! Wir können über einen Holzsteg zwischen den Tieren, darunter viele im Dezember und Januar geborene Heuler, umherwandern und die Massen beim Baden und Faulenzen beobachten.

IMG_8681 IMG_8680Einige der Tiere haben allerdings nicht verstanden, dass der Steg für Zweibeiner gedacht ist, und machen sich ungeniert darauf breit, was unsere Kinder sehr misstrauisch beäugen – die Biester haben scharfe Zähne!

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Besonders niedlich sind die vielen kleinen Heuler, die nach ihren Müttern rufen – und diese können ihren Nachwuchs tatsächlich in diesem Krach identifizieren!

IMG_8673 IMG_8687Wer gerade nicht mit Futtersuche oder Säugen beschäftigt ist, setzt sich für den Fotografen gerne in Position…

IMG_8677… und kratzt sich lässig mit der Schwanzflosse!