Die griechische Mentalität…

… versetzt uns täglich wieder in Erstaunen und leider häufig auch in Unmut. Erleben wir z.B. an der Supermarktkasse die extreme Ruhe und Gelassenheit, wenn es darum geht seine Einkäufe in tausend dünne Plastikbeutel (die ja eigentlich seit dem 1.April europaweit nicht mehr kostenlos abgegeben werden dürfen) zu verpacken, so scheint sich diese Gelassenheit beim Gang zum Auto in Luft aufzulösen, denn mit diesem wird an den unmöglichsten Stellen überholt und auf jeden Fall bis zum Maximum aufgedreht – bevorzugt nachts zwischen eins und vier. Auch die Geschwindigkeitsbegrenzungen werden als Empfehlungen verstanden und Motorradhelme nur als Regenschutz getragen. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, aber das wollen wir nicht. Wir sind als Gäste im Land und fühlen uns grundsätzlich auch wohl. Vielleicht sind wir auch noch zu sehr in der deutschen Mentalität gefangen.

Leider sind wir aber keine Standardtouristen, sondern als Reisende eben auch auf griechische Dienstleistungen angewiesen. Und genau in diesem Punkt wird es unangenehm: wir haben leider bisher in keinem Fall Zuverlässigkeit erlebt: der zugesagte Rückruf des Reifenhändlers erfolgte nicht, auf Emails haben wir grundsätzlich keine Antwort erhalten, ebenso wurden auch uns zugesagte Mails nicht versendet. Mündliche Zusagen waren Schall und Rauch, vorher zugesagte Preise enthielten plötzlich Rechenfehler und waren dann natürlich höher – dass alles haben wir leider mehrfach erlebt, sowohl auf Campingplätzen als auch beim Taxifahren. Die Krönung war aber unsere feste Buchung der Verschiffung, von deren Überbuchung wir – obwohl wir schon bezahlt hatten! – nur durch Zufall erfahren haben! Hätte Judith nicht noch einmal angerufen, hätten wir am Montag wie abgesprochen im Hafen gestanden, wären Dienstag geflogen und hätten unser Auto vielleicht erst Wochen später in Ägypten erhalten! Jetzt hoffen wir, dass die Verschiffung dank unseres Drucks läuft, schriftlich oder per Mail haben wir aber immer noch keine Rückmeldung. Von daher fühlen wir uns nach einigen Wochen im Land teilweise wirklich abgezockt – auch wenn wir natürlich auch auf sehr nette, hilfsbereite und korrekte Griechen gestoßen sind.

Schule draußen...

Schule draußen…

Neben dem ganzen Ärger, der uns in den vergangenen Wochen wirklich Nerven gekostet hat, haben wir natürlich auch viele tolle Tage verbracht und eine Menge erlebt. Sehr erholsam waren vier Tage auf dem Campingplatz Kastraki südlich von Nafplio, den wir mit wenigen Rentnerpaaren quasi allein hatten, unter den hohen Pinien standen, das schöne Wetter sowie das klare Meer genießen konnten und zwischendurch die eine oder andere Aufgabe abarbeiten konnten.

Reisen ist eben nicht mit Urlaub gleichzusetzen – die Kinder merken das vor allem an den Schulaufgaben, wir Eltern an den Planungen, dem Kochen, Wäschewaschen und Aufräumen sowie den Reparaturen und Serviceaufgaben am Fahrzeug.

Wrack der Dimitros

Wrack der Dimitros am Strand bei Gythio

Ausgeruht und aufgetankt ging es dann auf der Peloponnes weiter Richtung Süden. Die Landschaft hier ist fantastisch und sehr abwechslungsreich – hohe Berge, in den Tälern bzw. auf den Hochebenen grüne Ebenen, in denen vor allem Zitrusfrüchte gedeihen, schmale Buchten, weite Sandstrände – alles sehr, sehr schön. Unser Ziel war eine Bucht nördlich von Gythio, an deren Sandstränden die vom Aussterben bedrohte Schildkröte Caretta Caretta ihre Eier zur Brut ablegt.

Nest mit Schutzzaun und "Straße"

Nest mit Schutzzaun und „Straße“

Die Eiablagestellen werden von der Organisation Archelon betreut, da die Badegäste eine Gefahr für die Nester darstellen und darüber hinaus die kleinen Schildkröten beim Schlüpfen vom Licht der menschlichen Siedlungen abgelenkt werden und ihren Weg ins Wasser nicht finden. Auf gut Glück steuerten wir die Bucht an und fanden tatsächlich einen Strand, an dem schon einige deutsche Wohnmobile standen und Schutzzäune um die Gelege aufgebaut waren.

Tatsächlich mussten wir aber etwas Geduld mitbringen und uns die Tage dort mit Baden und Faulenzen vertreiben, bevor am letzten Tag die Helfer von Archelon wiederkamen und wir sehr gespannt zu den Nestern liefen. Zu unserem Entsetzen rissen sie alle Schutzzäune ab und entfernten die Schutzgitter über den Gelegen! Die Saison sei vorbei, die übrigen Gelege würden aufgegeben – das war die Auskunft, die wir ihnen entlocken konnten. Außerdem habe ein schlimmes Unwetter vor einer Woche den Boden so verdichtet, dass die Kröten sich sowieso nicht mehr ausbuddeln könnten.

Die Kinder reagierten schnell und markierten die zerstörten Nester mit Stöcken. Abends, bei Einbruch der Dämmerung, buddelten sie dann nacheinander mehrere Nester aus, fanden in den ersten nur tote Eier, dann aber plötzlich kleine lebende Schildkröten!

Vorsichtig buddeln wir aufgegebene Nester auf

Vorsichtig buddeln wir aufgegebene Nester auf

Die Begeisterung war riesig, vorsichtig wurde weitergebuddelt, denn die Kröten dürfen nicht berührt werden und müssen mindestens 6 m alleine Richtung Strand zurücklegen, damit sie später (falls sie überleben, Chance liegt bei einem Promille) den Eiablageplatz wiederfinden.

 

Jedes unserer Kinder begleitete mehrere Schildkröten ins Wasser, dann ließen wir die Nester in Ruhe – den Rest würden sie auch so schaffen! Aber alle waren sehr glücklich und wir redeten noch lange über das tolle Erlebnis!

Geschafft!!!

Geschafft!!!

Nach dem Wochenende ging es dann nochmal nach Piräus, um die Verschiffung endgültig klar zu machen – dazu gab es ja oben schon ein paar Infos. Jetzt sind wir in Artemida in einer Ferienwohnung, die wir sehr günstig gefunden haben und wo wir jetzt die Tage bis zum Abflug am Dienstag verbringen. Der nächste Beitrag kommt hoffentlich aus Ägypten!!! Mehr Bilder gibt es aber schon in der Bildergalerie unter Griechenland, das Reisetagebuch folgt noch.

„In die Höhe gehoben“

– das ist die Übersetzung des griechischen Ausdrucks Μετέωρα. So sehen sie auch wirklich aus, die Klöster von Meteora. Wir erreichen die sechs noch erhaltenen Gebäude am späten Freitagnachmittag bei Regen (das Standardwetter in dieser Woche), nachdem wir in Ioannina endlich unsere (angeblich unbedenklich eingerissenen) Reifen zurückerhalten haben. img_6460

Vor dem grauen Himmel scheinen die Klöster auf den hohen Sandsteinfelsen tatsächlich im Himmel zu schweben. Als wir uns von Westen nähern, sind zuerst nur die steil aufsteigenden Felsen am Rande des Pindos-Gebirges zu sehen. Erst nachdem wir uns über die Zufahrtsstraße einige Meter emporgeschraubt haben und zwischen den Felsen sind, sehen wir die ersten Klostergebäude, die wie Schwalbennester an bzw. auf den unzugänglichen Felsen kleben. Das waren wirklich sehr geeignete Orte für die ersten Einsiedeleien, aus denen sich die Klöster entwickelt haben! Wir lesen im Reiseführer, dass Besucher und Lebensmittel bis 1979 noch in Drahtkörben an einer Seilwinde emporgezogen wurden – da wurde der Einsicht zur Buße noch etwas nachgeholfen…

img_6469Grüdi wird auf einer geschotterten Fläche abgestellt, und wir klettern etwas auf den Felsen herum. Man muss allerdings höllisch aufpassen – es geht ohne jegliche Absicherung sicher hundert Meter in die Tiefe. Deswegen bremsen wir die Kinder – sehr zu ihrem Missfallen – aus und fahren zum Übernachten auf einen naheliegenden Stellplatz, Hier erleben wir in der Nacht wieder heftige Gewitter.img_6481

Am nächsten Morgen geht es schon um halb acht hoch zum Parkplatz, da die Klöster ganzjährig stark besucht sind. So können wir vor den Reisebussen die Atmosphäre genießen, die besonders mystisch wird, als Nebel aus dem Tal aufzieht. Als wir gerade wieder am Grüdi sind, kommen die ersten Reisebusse wie an einer Perlenschnur gezogen den Berg hinauf.img_6482 Nun ist es mit der

img_6510Ruhe schnell vorbei. Als wir dann auch noch von einem sehr unfreundlichen Polizisten verscheucht werden, nur weil wir schnell noch etwas frühstücken wollen, lassen wir den Besuch in den Klöstern ausfallen – sehr zu Hannahs Freude, die sowieso nicht den vorgeschriebenen knielangen Rock aus dem Klosterfundus anziehen wollte.

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„Steine, nichts als Steine…

dsc01753… und dafür soll man auch noch bezahlen!“ – mit diesen Worten begrüßt uns eine Griechin, die seit  50 Jahren in München lebt, an der antiken Ausgrabungsstätte Dodana, wo sich das nach Delphi zweitwichtigste altgriechische Orakel befand. Irgendwie hat sie recht, denn in Griechenland stoßen wir wirklich an jeder Ecke auf archäologische Stätten, an denen auch (spätestens seit der Finanzkrise) Eintritt genommen wird. Meistens sind wirklich nur viele Steine zu sehen, die Beschilderungen und Erklärungen sind – anders als in Butrint – eher spärlich.

Hier in Dodona, das wir in einer Regenpause von Ioannina aus besuchen,  soll es der Sage nach unter anderem ein Orakel gegeben haben, das seine Weissagungen den Priestern durch dadsc01765s Rauschen einer alten Eiche und den Taubenflug mitteilte. Unsere Kinder sind etwas skeptisch und werfen die Vermutung in den Raum, ob dort bewusstseinserweiternde Substanzen im Spiel waren… Darüber hinaus sehen wir die Reste eines riesigen Theaters mit 18.000 Sitzplätzen und viele Grundmauern diverser griechischer Tempel und einer Basilika. dsc01766Es gibt ein paar Tafeln mit Erklärungen, die dazugehörigen Edelstahlkästen mit Bildschirmen (gestiftet von der EU im Jahre 2006) sind leider defekt. Zum Glück finden wir noch einige Infos bei Wikipedia, so dass wir das Ganze etwas anschaulicher gestalten können.

Immerhin können wir eine ruhige Nacht direkt vor der Ausgrabungsstätte verbringen, bevor uns am nächsten Morgen wieder der Regen weckt und wir nach Ioannina zurückfahren.dsc01760

 

Rückblick: Steine in Albanien

Die Kinder führen durch unseren ersten archäologischen Ausflug im albanischen Butrint. Leider ist die Tonqualität nicht so toll, wir arbeiten daran…

Außerdem haben wir auch die Aufnahmen aus dem Acheron verarbeitet, das Video gibt es am Ende des Beitrages „Glasklar und eiskalt…“

Glasklar und eiskalt…

…so empfängt uns der Achéron, ein Fluss an der Nordwestküste Griechenlands. Gerade haben wir Grüdi direkt am Ufer geparkt, da schwimmt auch schon das erste Paar Flip-Flops davon. Leider hat Lea die Strömimg_6452ung des Flusses deutlich unterschätzt. Kurz darauf erlebt auch Hannah die Macht des Wassers und wird kurzerhand über einige Meter in den Stromschnellen mitgerissen. Jochen kann weniger später Flip retten, Flop bleibt aber verschollen – vielleicht wird auch er irgendwann den Flip-Flopbaum dekorieren, den wir wenig später sehen und der beweist, dass Leas Schlappen das Schicksal anderer loser Schuhe teilen. Immerhin kann sie sich einen passenden anderen Flop aussuchen…img_6456

 

 

 

 

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Wir wandern entlang des Flusses bergan und gelangen nach kurzer Zeit zu den „Springs of Archeron“, einigen eiskalten Quellen, die aus dem Felsen am Einstieg in den Canyon entspringen und in den Fluss münden. Oberhalb der Quellen ist die Wassertemperatur auch gleich etwas angenehmer. Da die Hauptsaison vorbei ist, ist es recht ruhig, und nach weiteren Metern flussaufwärts sind nur noch wenige Leute unterwegs. Hier braucht man aber auch wirklich Badehosen, denn der Wanderweg führt mitten durch den Canyon – wunderschön, aber eben auch brusttief! Die Kinder springen von den Felsen, schwimmen an den tiefsten Stellen und bibbern  irgendwann ganz schön vor sich hin!

 

 

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Zurück am Grüdi ist nach kurzer Aufwärmphase aber schon wieder Action angesagt: Marie möchte ihr Taschengeld unbedingt ihn das angebotene Reiten im Canyon investieren, Ruben und Lea bevorzugen eine kleine Raftingtour. Hannah ist so durchgefroren, dass sie sich auf Dokumentation beschränkt.dsc01689dsc01700

Wir haben das Ganze noch in bewegten Bildern festgehalten:

 

 

Wir haben das Zeitrafferland verlassen…

.. und sind seit einigen Tagen in Griechenland unterwegs.

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Unsere Eindrücke von Albanien sind immer noch sehr zweispältig. Einerseits hat uns die tolle Landschaft, vor allem im Bergland, nach wie vor in ihren Bann gezogen. Ebenso waren die meisten Menschen sehr hilfsbereit und offen. Wir haben aber auch festgestellt, dass sich Albanien in einem atemberaubenden Tempo entwickelt – für uns nicht immer positiv. Besonders offensichtlich ist dieses im Straßenbau und im Tourismusbereich. Natürlich gibt es immer noch sehr schlechte Strecken, vor allem im Hinterland. Man kann jetzt aber Albanien völlig problemlos mit einem normalen Auto bereisen, die Straßen sind deutlich besser als noch 2014, ebenso gibt es gute Beschilderungen und auch sicherere Straßen.

Völlig berechtigt versuchen allerdings auch die Albanier, am Tourimuskuchen mitzuverdienen. Vorbei sind die wirklich günstigen Zeiten, vor allem am Mittelmeer. Es gibt quasi keine Naturstrände mehr, überall stehen Liegen und Sonnenschirme, viele Plätze sind bewirtschaftet. Der Geheimtipp des letzten Jahrzehntes ist aus unserer Sicht Vergangenheit.

Ein Problem bekommt Albanien nach wie vor allerdings nicht in den Griff: der Müll wird immer noch in die Landschaft geworfen, egal wo man sich befindet. Dieses liegt sicherlich nicht nur an der fehlenden Infrastruktur, sondern auch an der Mentalität – und das können und wollen wir nicht begreifen! In diesem Punkt besteht noch sehr viel Aufholbedarf.

So haben wir die Zeit nach Fushe Arrez nicht so nutzen können, wie wir es eigentlich gedacht haben. Nachdem wir uns mit der Bewirtschaftung arrangiert hatten, haben wir zwar einige sehr schöne Tage am Strand von Palase verbracht, wollten aber eigentlich auch weiter im Süden noch einsame Strände erkunden. Wie oben schon beschrieben, scheiterte das, Sehr schön war dann aber der Besuch in Butrint, der für einiges entschädigt hat.

Alles nachzulesen ist  im Reisetagebuch Teil 3 und in der neuen Galerie.

Nachdem wir Albanien dann verlassen hatten, haben wir ein paar Tage wild und auf einem Campingplatz bei Igoumenitsa verbracht. Jetzt sind wir schon seit zwei Tagen in Ioannina, mussten einen Bridgestone-Reifenhändler aufsuchen, da sich unsere Hinterräder auflösen (was aus unserer Sicht ein Garantiefall ist, Bridgestone sieht das leider anders) und kämpfen mit einigen weiteren Problemen wie mangelnder Stromversorgung, Wassereinbrüchen und Bremsflüssigkeitsverlusten. Außerdem regnet und gewittert es seit Dienstag, so dass die allgemeine Stimmung eher mäßig ist.

Wir hoffen, dass wir morgen endlich unsere Reifen wiederbekommen, so dass wir weiter kommen.

Albanische Verkehrswege…

… der zweite Versuch. Nachdem ich heute Nacht nach stundenlangem Hochladen einen Beitrag mit Video gepostet habe, in dem viel schwarzes Bild zu war, hier nun Versuch Nr. 2 (leider auch mit ein paar dunklen Stellen…)

Außerdem hat auch Marie es nach vier Wochen geschafft, mal wieder was auf ihre Seite zu schreiben.

 

Ein Monat on the road

Vor drei Tagen hat Ruben seinen 10. Geburtstag und wir den ersten Monat unserer Reise gefeiert. Uns kommt es allerdings noch gar nicht so lange vor.

Nachdem wir uns nach den Plitvicer Seen etwas am Mittelmeer erholt hatten, sind wir auch noch zu den Krka Wasserfällen und nach Dubrovnik gefahren. Dort erlebten wir ähnliche Touristenmassen wie schon beschrieben, so dass wir dann im Hinterland von Montenegro und in Albanien etwas mehr Ruhe gesucht und auch gefunden haben. Details dazu im Reisetagebuch Teil 2 und in der neuen Galerie.

Ebenso gibt es teilweise neue Berichte auf den Kinderseiten,

Seit einer Woche sind wir nun in Albanien, das uns so empfaDSC01442ngen hat, wie wir es kennen: Schotterpisten, zweifelhafte Brücken, allerlei Tiere auf der Straße – aber eben auch sehr herzliche und gastfreundliche Menschen und großartige Landschaften.

 

DSC01463DSC01475Außerdem darf man in Albanien endlich auch offiziel wild cDSC01455ampen – was wir im Vermosh-Tal im Flussbett direkt gemacht haben – Frühstück zwischen Kuhfladen inklusive! Nach einer auf den ersten zwanzig Kilometern durchaus aufregenden Fahrt auf einer sehr schlechten Piste haben wir dann drei Tage Pause am Skutarisee gemacht, die Stadt Shkodra besichtigt und gefaulenzt.

 

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Chaos am Fähranleger in Koman

Nachdem wir die Fähre über den Komansee am Dienstag um 10 min verpasst hatten, durften wir 24 Stunden auf einer Miniparkfläche warten und dabei das albanische Park- und Rangierchaos beoobachten (war schon mal eine Einstimmung auf Afrika…).

 

 

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Grüdi mit deutscher Freundin…

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Das war glücklicherweise nicht unsere Fähre!!!

Am Mittwoch wollte man uns dann erst wieder durch den Nadelöhrtunnel zurückschicken, was wir aber verweigert haben. Dann sollten wir als Dreiachser zahlen, was wir auch verweigerten – Judiths Diskussion mit dem Personal führte schließlich dazu, dass uns auch der Manager der Fähre persönlich kannte (wir aber nicht so viel zahlten wie zuerst gefordert…). Touristen werden manchmal halt abgezockt, aber wir hatten ja vorher die reellen Preise im Internet gesehen…

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Großartige Schluchten im Stausee

Von Mittwoch bis heute haben wir eine sehr beeindruckende Zeit auf der Missionsstation St. Joseph in Fushe Arrez verbracht. Wie schon vor zwei Jahren haben wir viel Kontakt zu den Menschen gehabt, ein bisschen geholfen, unterstützte Projekte gesehen und viel Neues erfahren. Außerdem haben wir Rubens Geburtstag gefeiert, einige Messen in den Bergdörfern miterlebt und uns von der grandiosen Gastfreundschaft verwöhnen lassen.

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Unser erster (und durchaus giftiger) Skorpion – gefunden beim Einrichten des Kirchenraumes in Qafe Mali!

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Rubens Geburtstag im Kreise der Katholischen Pfadfinder Deutschlands

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Einrichten eines Kirchenraumes in Qafe Mali

Nun sind wir unterwegs an die albanische Riviera, wollen dann noch Butrint und Syri Kalter sehen und allmählich Richtung Griechenland weiterreisen.

 

Kroatientourismus

Haben die Zeit auf dem Lake Shkodra Ressort mit gutem WLAN genutzt und ein kleines Video hochgeladen:

 

Außerdem haben Hannah und Lea die Tagebücher auf ihren Seiten erweitert. Ruben und Marie brauchen noch etwas…

Es ist nicht alles schön…

…auch nicht auf Reisen – aber das haben wir auch nicht erwartet.

Nachdem wir einen sehr spontanen Zwischenstopp bei der Verwandschaft in der Nähe von Graz eingelegt hatten (vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Hedwig, Bärbel und Remko!), sind wir am Dienstagmittag weiter Richtung Süden gerollt. Da die Wettervorhersage für die kommenden Tage auch für Slowenien eher Gewitter, Regen und Kälte prognostiziert hatte, haben wir beschlossen, die  geplanten Wanderungen und Touren an und auf der Soca auf einen Slowenienurlaub nach unserer Rückkehr zu  verschieben. Dieses kleine Land hat unglaublich viel zu bieten!

Mit der Gewitterfront im Rücken sind wir dann bei herrlichem Wetter an der steirisch-slowenischen Grenze entlang (Jochen, Lea und Ruben waren mit der Fahrerseite schon in Slowenien, Judith, Hannah und Marie noch in Österreich, wirklich skuril!) über die Alte Weinstraße gerollt. Die Gegend ist wunderschön, die Straße war für uns zwar etwas unterdimensioniert, aber Grüdi hat alle Steigungen problemlos gemeistert, so dass wir alle das Schauen genießen konnten.

Die Realität hat uns dann 60 km weiter sehr schnell eingeholt: kurz vor der slowenisch-kroatischen Grenzen waren die Folgen des Flüchtlingsstromes erschreckend deutlich zu sehen: über einige Kilometer verlief parallel zu einer Bahnstrecke, mitten durch die landwirtschaftlich genutzten Flächen eine dichte Natodrahtrolle, die jeglichen Übertritt über die grüne Grenze sicher verhindert! Die Kinder waren ebenso verstört wie wir und zogen sofort Vergleiche zur ehemaligen innerdeutschen Grenze, was intensive Familiengespräche nach sich zog.

Natodraht an der Grenze Slowenien - Kroatien

Natodraht an der Grenze Slowenien – Kroatien

Der eigentliche Grenzübertritt nach Kroatien verlief dann völlig unproblematisch, die slowenische Seite kontrollierte, die kroatische war verwaist.

Was wir in den vergangenen Kroatienaufenthalten nicht geschafft hatten, wollten wir aber sicher dieses Jahr nachholen: einen Besuch bei den Plitvicer Seen, die seit 1979 ein Nationalpark und seit 1985 Weltnaturerbe sind. Also rollten wir bis spät in den Abend Richtung Nationalpark, suchten uns dort einen Stellplatz zwischen Fernfahrerbrummis und waren am Mittwoch früh schon um 08:30 am Parkplatz 2 – frei nach dem Motto „Der frühe Vogel…“ Leider ging diese Rechnung überhaupt nicht auf, da wohl viele andere dieselbe Idee hatten und die Kassenschlange schon quer über den Parkplatz reichte – und das trotz relativ schlechten Wetters (wir hörten später, dass man bei gutem Wetter gerne auch zwei Stunden ansteht…). Also hat sich Judith fix angestellt, während Jochen für alle Frühstück bereitete und Hannah dann das mütterliche Frühstück in die Warteschlange brachte. Nach Erwerb der Eintrittskarten, die mit € 85 zu Buche schlugen (Familientarife sind in Kroatien leider unbekannt), ging es dann mit dem Busshuttle zum Eingang 3, um von dort die Tour H (Dauer 5-7h) zu starten.

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Hier wurde nochIMG_6186 deutlicher, was uns erwarten sollte: Menschenmassen wohin das Auge blickte! Wir waren von unseren Essener Freunden vorgewarnt worden, hatten es so schlimm aber nicht erwartet: über die wirklich fantastisch angelegten Stege entlang der Seenplatten und Wasserfälle schoben sich lange Schlangen – und wir natürlich mitten drin!

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War unsere erste Befürchtung noch, dass einer unserer Sprösslinge von einem Steg plumpsen könnte, mussten wir nach kurzer Zeit feststellen, dass die größte Gefahr wohl darin bestand, von einem japanischen Selfiestick ins Wasser gefegt zu werden!

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So toll die Landschaft (selbst bei bedecktem Himmel) war, so unentschieden waren unsere Empfindungen: einerseits störten uns die Touristenmassen ungemein, andererseits gehörten wir natürlich genauso dazu! Es fiel uns allerdings sehr schwer, die Umgebung wirklich zu genießen, während wir uns zwischen japanischen und italienischen Reisegruppen über die Stege schieben ließen. Außerdem missfiel uns sehr, dass die Verbotsschilder häufig vollkommen ignoriert wurden – frei nach dem Motto: „Die anderen machen es ja auch!“ Es war schlichtweg unmöglich, Fotos einer großen Kaskade zu machen, ohne dass irgendwo ein Mensch oder Selfiestick drauf war! Besonders beeindruckend war leider auch die Rücksichtslosigkeit vieler Touristen – sowohl gegenüber den Mitmenschen (frei nach dem Motto: „Ich drängle mich mal an allen anderen vorbei“)  als auch gegenüber der Natur („Ich will jetzt ein Foto machen und renne quer durch die Botanik..“). Wir diskutierten mit den Kindern lange darüber, warum wir nicht zu einer anderen Jahreszeit gekommen waren, ob man diesen Massentourismus ertragen muss, wie man das Ganze anders gestalten könnte, ob es wohl eine Tageshöchstmenge von Touristenzahlen gibt etc. – wir kamen aber auch zu keiner zufriedenstellenden Lösung. Einig waren wir uns nur darüber, dass uns das nicht behagt, wir einsamere Orte und Naturschauplätze klar bevorzugen und uns so nicht wohl fühlen! Offen blieb allerdings auch die Frage, ob nicht ein derart kanalisierter Tourismus für die Natur besser ist und weite Teile des Nationalparkes Plitvicer Seen so von der Spezies Mensch ganz verschont bleiben.

Endgültig genug hatten wir dann, als vor dem vermeintlich spektakulärsten Wasserfall eine Wahnsinns-Warteschlange war, IMG_6212weil sich jeder (!) davor verewigen musste! Zum Glück gab es einen Alternativweg…

 

Von einem Gewitter mit heftigem Regen verjagt, saßen wir dann nachher gemütlich beim frühen Abendessen im Grüdi, während die Menschenmassen draußen versuchten, das Parkplatzgelände zu verlassen- – natürlich alle gleichzeitig! Ergo gab es Stau ohne Ende, der sich erstaunlicherweise auch nicht dadurch auflöste, dass permanent auf die Hupe gedrückt wurde!!!

Wir sind dann ganz gemütlich um 19:00 Uhr vom leeren Gelände gerollt und haben uns auf den Weg Richtung Mittelmeer gemacht.